Berufe mit Zukunft: Sichere Jobs mit Perspektive

Die Arbeitswelt befindet sich schon seit einiger Zeit in einem grundlegenden Wandel. Besonders die Digitalisierung wirkt sich auf Prozesse und Abläufe aus. Wer sich heute für einen Beruf entscheidet, sollte berücksichtigen, wie gut die damit verbundene Perspektive ist. Hier stellen wir Ihnen Jobs vor, die Zukunft haben.

Mehrere Menschen arbeiten an einem Tablet, digitale Jobs sind ein Beispiel für Berufe mit Zukunft

Die Arbeitswelt im Wandel

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten so stark verändert wie schon lange nicht mehr. Verschiedene Trends beeinflussen, wie Arbeit heute ausgestaltet wird und nach welchen Produkten und Dienstleistungen eine Nachfrage besteht. Die Digitalisierung gehört zu den Entwicklungen, die den Wandel der Arbeitswelt am stärksten beeinflussen. Daneben spielen auch Trends wie die Globalisierung, Automatisierung, Dematerialisierung, künstliche Intelligenz und technologische Entwicklungen eine entscheidende Rolle.

Statt Briefen werden immer öfter E-Mails verschickt, statt die neue Jeans im Laden vor Ort zu kaufen wird sie in einem Online-Shop bestellt, die Zeitung lesen viele auf dem Tablet statt als gedruckte Ausgabe, wenn sie denn überhaupt gelesen wird. Das sind nur einige Beispiele für die Veränderungen, die sich gegenwärtig in unserem Alltag – und damit auch in der Arbeitswelt – vollziehen.

Schon jetzt ersetzen Maschinen an vielen Stellen menschliche Mitarbeiter. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahrzehnten weiter verstärken – und dafür sorgen, dass viele Menschen ihre Jobs verlieren. Nach einer Prognose des McKinsey Global Institutes der Unternehmensberatung McKinsey & Company könnten bis zum Jahr 2030 knapp 800 Millionen Jobs weltweit durch die zunehmende Automatisierung von Prozessen wegfallen. Nach einer Studie der Universität Oxford könnte in den nächsten beiden Jahrzehnten rund jeder zweite Jobs zugunsten von maschineller Arbeit von der Bildfläche verschwinden.

Wer jetzt darüber nachdenkt, welchen Beruf er ergreifen möchte, sollte diese Entwicklungen im Hinterkopf behalten. Wenn Sie sich für eine berufliche Richtung entscheiden, sollten Sie natürlich nicht nur danach gehen, was nachgefragt wird, aber es macht wenig Sinn, einen aussterbenden Beruf zu wählen. Die gute Nachricht: Es gibt viele Jobs, die als zukunftssicher gelten. Das gilt sowohl für Berufe, für die Sie studiert haben müssen, als auch für viele Ausbildungsberufe.

Welche Berufe haben (keine) Zukunft?

Es sind einerseits veränderte Prozesse und andererseits ein verändertes Konsumentenverhalten, was darüber bestimmt, welche Berufe Zukunft haben und welche Jobs perspektivisch wegfallen oder weniger bedeutsam sein werden. Eine schlechte Prognose haben zum Beispiel Berufe wie Einzelhandelskaufmann, Mechaniker, Buchhändler, Busfahrer, LKW-Fahrer oder Goldschmied. Berater in Reisebüros haben an Relevanz verloren, weil viele Menschen ihren Urlaub längst online buchen. Beschäftigte im Bergbau haben durch die Energiewende schlechte Jobaussichten. Und die Jobsicherheit von Journalisten ist durch die vielen Blogger und Content Creators bedroht, die online kostenlose Artikel veröffentlichen.

Die Perspektive ist überall dort schlecht, wo menschliche Arbeit durch Maschinen und automatische Prozesse ersetzt werden kann. Allerdings heißt das nicht, dass alle Menschen ihren Job verlieren werden, die jetzt einen aussterbenden Beruf ausüben. Sie haben die Möglichkeit, sich weiterzubilden und auf eine neue Richtung innerhalb ihres Berufs zu spezialisieren. So ist es in den meisten Fällen möglich, sich fit für die berufliche Zukunft zu machen – Spezialisten sind schließlich nach wie vor gefragt.

Gut sind die Jobaussichten hingegen dort, wo nach wie vor ein Bedarf an menschlicher Arbeitskraft besteht, weil es nicht ohne Weiteres möglich ist, die Arbeit von Beschäftigten zu ersetzen. Ein Beispiel sind MINT-Berufe, also Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In diesem Bereich gibt es zu wenige Fachkräfte, was gegenwärtig für exzellente Aussichten am Arbeitsmarkt sorgt. Auch Bereiche wie Medizin und Pflege, öffentliche Sicherheit, Handwerk, Erziehung und Bildung werden auch in der Zukunft bedeutsam sein.

20 Berufe mit Zukunft: Diese Jobs haben gute Aussichten

Sie wissen noch nicht genau, was Sie später beruflich machen möchten, aber es ist Ihnen wichtig, dass Ihr künftiger Beruf zukunftssicher ist? Hier finden Sie eine Auswahl an Berufen, nach denen es auch in der Zukunft eine Nachfrage geben wird.

Elektroniker

Elektroniker müssen sich um ihren Job keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Die Digitalisierung hat die Nachfrage nach Fachkräften noch verstärkt. Durch die Digitalisierung eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, für deren Umsetzung Elektroniker gefragt sind. Dazu gehören Smart Homes, Roboter und E-Autos, um nur einige Beispiele zu nennen. Zum Elektroniker können Sie sich ausbilden lassen. Mögliche spätere Einsatzbereiche sind die Energie- und Gebäudetechnik, Informations- und Telekommunikationstechnik und Automatisierungstechnik.

Arzt

Ebenfalls zukunftssicher ist der Beruf des Arztes. Ärzte wird es auch künftig in diversen Bereichen und Fachrichtungen geben. Gut sind die Aussichten für (angehende) Ärzte auch, weil in vielen Regionen ein Ärztemangel besteht. Das gilt besonders für Hausärzte auf dem Land. Um Arzt zu werden, ist ein Studium erforderlich. Anschließend können Sie sich spezialisieren oder als Allgemeinmediziner arbeiten.

Erzieher

Erzieher müssen nicht befürchten, früher oder später durch Roboter ersetzt zu werden. Für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen sind soziale Kompetenzen erforderlich, die Maschinen nicht haben. Gut sind die Jobaussichten für Erzieher auch deshalb, weil in vielen Teilen des Landes ein Erziehermangel herrscht. Auch Quereinsteiger ohne Erzieherausbildung haben dadurch oft gute Chancen.

Polizist

Ebenfalls nicht wegzudenken ist der Job des Polizisten. Polizisten sorgen dafür, dass Recht und Ordnung gewahrt werden. Um Polizist werden zu können, müssen Sie einen Eignungstest bestehen und anschließend die Ausbildung bei der Polizei erfolgreich durchlaufen. Anschließend dürfen Sie sich über eine Verbeamtung und einen sicheren Arbeitsplatz freuen.

Psychotherapeut

Zwar befindet sich das Berufsbild des Psychotherapeuten ein Stück weit im Wandel – mehr und mehr Psychotherapeuten treffen sich nicht nur persönlich mit ihren Patienten, sondern bieten auch digitale Beratungen an. Eine Nachfrage nach Gesprächsangeboten und Unterstützung in Lebenskrisen wird es aber in der einen oder anderen Form immer geben. Um Psychotherapeut werden zu können, müssen Sie studiert haben. Nach einer staatlichen Prüfung erhalten Sie Ihre Approbation, also das Recht, den Beruf des Psychotherapeuten auszuüben. Falls Sie gesetzlich Versicherte therapieren möchten, brauchen Sie außerdem eine entsprechende Weiterbildung.

Kranken- und Altenpfleger

Auch die Pflege von älteren und kranken Menschen können Roboter bis auf Weiteres nicht übernehmen. Die Nachfrage nach Fachkräften ist in vielen Bereichen groß. Durch den gegenwärtigen Mangel an Pflegekräften sind die Jobaussichten sehr gut. Das wird sich wohl auch so bald nicht ändern. Für die Ausübung dieses Berufs ist eine entsprechende Ausbildung erforderlich. Sie sollten allerdings bedenken, dass die Pflege mit schwerer körperlicher Arbeit, psychischen Belastungen und einer eher schlechten Bezahlung verbunden ist.

Data Scientist

Zu den Berufen mit Zukunft gehört eindeutig der des Data Scientists. Als Data Scientist analysieren Sie große Mengen an Daten und versuchen darin Muster zu erkennen. Daraus leiten Sie Prognosen und Empfehlungen für das Management ab. Data Scientists sind überall dort gefragt, wo große Datenmengen zur Verfügung stehen. Sie können zum Beispiel bei Online-Versandhändlern, bei Versicherungen oder im Marketing arbeiten. Wer Data Scientist werden will, sollte gut mit PCs umgehen können und keine Angst vor Zahlen haben. Als Zugang zu diesem Beruf eignet sich ein Studium, zum Beispiel Data Science und Business Analytics, Informatik oder Wirtschaftsinformatik. Es gibt auch entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten.

Rettungssanitäter

Zukunftssicher ist auch der Beruf des Rettungssanitäters. In diesem Beruf geht es um Leben und Tod: Sie werden zu medizinischen Notfällen gerufen, leisten erste Hilfe und sorgen dafür, dass der Patient so schnell wie möglich medizinisch versorgt wird. Sie sollten als Rettungssanitäter in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können, einfühlsam und belastbar sein. Als Arbeitgeber kommen zum Beispiel Rettungsdienste, Krankentransportdienste und Berufsfeuerwehren infrage. Um Rettungssanitäter werden zu können, müssen Sie einen schulischen Lehrgang absolvieren.

SEO-Experte

Die Digitalisierung hat zahlreiche neue Jobs hervorgebracht. Der des SEO-Experten (auch SEO-Spezialist) ist ein Beispiel hierfür. Als SEO-Experte kümmern Sie sich um alles, was mit der Suchmaschinenoptimierung zu tun hat. Sie verhelfen Ihrem Arbeitgeber (oder Auftraggebern als Selbständiger) zu einem guten Ranking bei Google und Co. Das verschafft den Unternehmen mehr Traffic auf ihrer Webseite und trägt damit zum Firmenerfolg bei. Ein spezielles Studium gibt es nicht, Sie können aber trotzdem ein passendes Studium aufnehmen, zum Beispiel Informationswissenschaft. Außerdem gibt es diverse Weiterbildungsmöglichkeiten, über die Sie zum SEO-Experten werden können.

App Developer

App Developer entwickeln Apps für Betriebssysteme wie iOS und Android, sie entwickeln Apps weiter und beheben Bugs. Dazu sollten Sie sich mit verschiedenen Programmiersprachen auskennen, außerdem sind kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse wichtig. Um App Developer zu werden, bietet sich ein Studium an – zum Beispiel Informatik, Software Engineering oder Technische Informatik. Auch Quereinsteiger haben prinzipiell gute Chancen, wenn sie zeigen können, dass sie sich mit der Materie auskennen.

Social Media Manager

Ein Job mit Zukunft ist auch der des Social Media Managers. Die Mehrzahl der Unternehmen betreibt verschiedene Social-Media-Auftritte, um die Sie sich als Social Media Manager kümmern. Sie sollten kommunikationsstark sein, strategisch denken und ein gutes Gespür für Zielgruppen haben. Um Social Media Manager werden zu können, können Sie studieren oder eine Weiterbildung machen.

IT-Sicherheitsexperte

Gefragt sind auch IT-Sicherheitsexperten, denn Sicherheit im Internet ist heute wichtiger als je zuvor. Sie kümmern sich im Namen Ihrer Arbeit- oder Auftraggeber darum, dass deren digitales Handeln sicher ist. Dazu entwickeln Sie kryptografische Methoden, um Informationen zu verschlüsseln, programmieren Software und entwickeln IT-Sicherheitskonzepte. IT-Sicherheit können Sie studieren. Wie in vielen IT-Berufen gilt aber auch hier: Quereinsteiger mit umfassenden IT-Kenntnissen haben oft gute Jobaussichten.

Physiklaborant

Physiklaboranten analysieren Werkstoffe und Systeme mithilfe von Versuchen und Messreihen. Sie arbeiten zum Beispiel an Hochschulen, in Forschungseinrichtungen und Prüflaboren. Um Physiklaborant zu werden, durchlaufen Sie eine duale Ausbildung. Anschließend können Sie sich zum Techniker weiterbilden lassen, um noch bessere Jobaussichten zu haben.

UX-Designer

UX steht für User Experience, auf Deutsch Nutzererlebnis. Ein UX-Designer ist jemand, der dafür sorgt, dass die Bedürfnisse von Nutzern berücksichtigt werden, wenn neue Produkte entwickelt werden. Dabei geht es nicht nur um bestimmte Wünsche und Präferenzen, sondern auch um Nutzerfreundlichkeit und intuitive Bedienung. Eine bestimmte Ausbildung zum UX-Designer gibt es nicht; Sie können aber Webdesign studieren oder sich zum Mediengestalter ausbilden lassen. Mitunter werden auch Studiengänge im UX-Design angeboten.

Vertriebsingenieur

Zu den Jobs mit Zukunft gehört auch der des Vertriebsingenieurs, auch bekannt als Sales Engineer. Vertriebsingenieure vermarkten Technologiegüter im Bereich B2B. Dazu brauchen Sie nicht nur entsprechende Kenntnisse, Sie müssen auch kaufmännisches Denken mitbringen. Neben der Beratung bestehender Kunden entwickeln Sie als Vertriebsingenieur Strategien, um Neukunden zu gewinnen und den Absatz zu steigern. Als Grundlage eignet sich ein Studium in Fächern der Ingenieurwissenschaften oder des Wirtschaftsingenieurwesens.

Content Creator

Als Content Creator bestücken Sie Webseiten mit Inhalten. Dabei ist das Spektrum groß: Sie können Produktbeschreibungen für einen Online-Shop erstellen, Fachartikel für einen Blog schreiben oder die Leistungen eines Unternehmens auf dessen Webseite beschreiben. Um Content Creator werden zu können, brauchen Sie neben Sprachgefühl auch ein Gespür für Zielgruppen. Einen speziellen Zugangsweg gibt es bei dieser Tätigkeit nicht; sinnvoll ist ein Fachstudium in dem Bereich, über den Sie später schreiben möchten. Auch Quereinsteiger haben oft gute Chancen.

Virtueller Assistent

Virtuelle Assistenten sind gefragter denn je. Sie übernehmen den Job eines Assistenten, sitzen aber nicht vor Ort, sondern sind virtuell mit ihren Auftraggebern verbunden. Für diese kümmern sie sich um allerlei organisatorische Angelegenheiten von der Terminplanung über die Organisation von Geschäftsreisen bis zu Präsentationen für Kunden. Ein spezielles Studium oder eine spezielle Ausbildung sind nicht zwingend erforderlich. Wichtiger ist, dass Sie gute Arbeit leisten, um das Vertrauen Ihrer Kunden zu gewinnen. Im besten Fall entsteht so eine langjährige Zusammenarbeit.

IT-System-Elektroniker

Als IT-System-Elektroniker planen Sie IT-Systeme für Ihre Kunden und sorgen dafür, dass diese reibungslos laufen. Auch für die Wartung von Geräten und IT-Systemen sind IT-System-Elektroniker zuständig, ebenso für die Fehlerbehebung. Zum IT-System-Elektroniker können Sie sich ausbilden lassen. Als Arbeitgeber kommen diverse Unternehmen der Privatwirtschaft und die öffentliche Verwaltung infrage.

Landschaftsgärtner

Im Bereich Garten- und Landschaftsbau herrscht in vielen Gegenden Deutschlands ein Fachkräftemangel. Wenn Sie sich zum Landschaftsgärtner ausbilden lassen, dürfen Sie sich über entsprechend gute Aussichten am Arbeitsmarkt freuen. Landschaftsgärtner kümmern sich je nach Arbeitgeber um die Gartenpflege, sie legen Gärten an und erledigen bauliche Arbeiten wie die Anlage einer Terrasse. Dafür sollten Sie kein Problem damit haben, bei Wind und Wetter draußen zu sein und körperlich schwere Arbeiten zu erledigen. Außerdem ist das Gehalt in diesem Beruf meist eher gering.

Bestatter

Auch der Beruf Bestatter ist ein Beruf mit Zukunft, gestorben wird schließlich immer. Als Bestatter sollten Sie einfühlsam sein, sich aber dennoch nicht von der Trauer anderer Menschen zu stark herunterziehen lassen. Außerdem brauchen Sie ein gewisses Organisationstalent und sollten körperlich fit sein. Der Beruf des Bestatters ist ein Ausbildungsberuf, mitunter haben aber auch Quereinsteiger gute Chancen.

Bildnachweis: SFIO CRACHO / Shutterstock.com

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