EDV-Kenntnisse im Lebenslauf

Die persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen werden in einem Lebenslauf nur allzu oft zurückhaltend dargestellt. Dabei eignet sich gerade dieser Abschnitt hervorragend, um sich von anderen Kandidaten abzuheben. Einen wichtigen Aspekt stellen hierbei die EDV-Kenntnisse dar. Ein intuitiver Umgang mit Computern und Betriebssystemen wird in einer digitalisierten Arbeitswelt zwar zumeist vorausgesetzt. Darüber hinaus lohnt es sich aber, das eigene Computerwissen einmal genau zu prüfen und die Angaben im Lebenslauf eventuell zu verfeinern. Konkrete und aussagekräftige Informationen runden eine Bewerbung nicht nur ab, sondern können noch einmal nachdrücklich Akzente setzen.

Welche EDV- und Software-Kenntnisse sind für den Lebenslauf relevant?

In erster Linie entscheiden die Anforderungen in der Stellenanzeige und die Art der Tätigkeit, welche Daten wichtig sind und wie ausführlich sie zu präsentieren sind. Wie in anderen Abschnitten des Lebenslaufs auch, sind die für den Job relevanten Kompetenzen anzuführen. Besonders positiv fällt dabei natürlich auf, wer sich genau mit der vom Arbeitgeber gefragten Software auskennt.

Werden bezüglich der EDV-Kenntnisse keine Vorgaben gemacht, sollte selbst überlegt werden, welche Angaben für die Arbeit wichtig sein könnten. So werden bei einem Bürojob klassischerweise Kenntnisse im Umgang mit Programmen zur Textverarbeitung und Tabellenkalkulation vorausgesetzt. Sollen für einen Vorgesetzten regelmäßig Präsentationen erstellt werden, gibt der Bewerber seinen Wissensstand beispielsweise in Bezug auf PowerPoint an. Im Controlling oder in der Buchführung könnte eine professionelle Datenbank-Verwaltung von Bedeutung sein.

Bei bürofernen Tätigkeiten ist eine Angabe von EDV-Kenntnissen dann überlegenswert, wenn aus der Stellenbeschreibung hervorgeht, dass kleinere Arbeiten am Computer zu erwarten sind. In diesen Fällen reicht oftmals ein einzelner und knapper Stichpunkt wie zum Beispiel: „gute Kenntnisse in Microsoft Word und Excel“.

Darüber hinaus ist im Einzelfall zu entscheiden, ob es sich lohnt, besonders herausragende EDV-Kenntnisse anzugeben, die in der Stellenausschreibung nicht gefordert werden. Eventuell überzeugt dies den Personaler von der Vielseitigkeit eines Bewerbers. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten: Der Lebenslauf muss sich zunächst auf das Wesentliche konzentrieren und sollte nur bedingt, bei überdurchschnittlichen Spezialkenntnissen, weiter aufgeladen werden. Bewirbt sich eine Person beispielsweise auf eine Anstellung in einem Sekretariat, sind selbst herausragende Fähigkeiten in der Anwendung von Photoshop für die Bewerbung irrelevant. Ist die Sekretariatsstelle jedoch im Umfeld einer Werbeagentur angesiedelt, kann die Angabe durchaus das Interesse an dem Kandidaten erhöhen.

Kenntnisse, die nur rudimentär vorhanden sind oder gar auf veralteter Software basieren, sind komplett auszulassen. Wer Excel also bislang nur einmal kurzfristig genutzt hat oder sich noch mit DOS Shell und Windows 95 auskennt, sollte diese Informationen nicht angeben (es sei denn, die ausgeschriebene Stelle verlangt genau dieses Wissen).

Im Bereich der EDV-Kenntnisse können dann folgende Unterkategorien angeführt werden:

  • Betriebssysteme
  • Büroanwendungen (wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation)
  • Präsentationsprogramme
  • Grafik- und Bildbearbeitung
  • Anwendungsprogramme
  • Programmiersprachen
  • Datenbanken
  • Hardware
  • Internet (wie Social Media, Websiteerstellung, Blogschreiben)

Wie kann ich den Kenntnisstand meiner EDV-Kenntnisse im Lebenslauf angeben?

Vorlage / Muster: Lebenslauf-Vorlage 2016

Lebenslauf-Vorlage mit EDV-Kenntnissen

Die EDV-Kenntnisse werden tabellarisch dargestellt. Haben die Kompetenzen für die Stelle nur geringe Bedeutung, können sie unter der allgemeineren Überschrift „Fähigkeiten und Kenntnisse“ zusammen mit anderen Angaben aufgelistet werden. Spielt das Computerwissen jedoch eine größere Rolle, sollte eine gesonderte Kategorie „EDV-Kenntnisse“ eingeführt werden (auch möglich: „PC-Kenntnisse“, „Computerkenntnisse“ und ähnliches). Handelt es sich bei der Tätigkeit um einen IT-nahen Job, kann an den Lebenslauf zudem eine dritte Seite angefügt werden, die speziell diesen Bereich adressiert.

Auch die Informationstiefe und Darstellungsweise der Angaben richtet sich nach der Wichtigkeit der EDV-Kenntnisse für den anvisierten Job. Grundlegend gilt aber, dass die bloße Nennung von Programmen wie „Excel“ oder Programmpaketen wie „Microsoft Office“ keinerlei Mehrwert für den Personaler bietet. Die Angaben sind daher mindestens mit einer Einschätzung der persönlichen Kompetenz zu versehen, die in einem Bereich von „befriedigend“ bis „sehr gut“ liegen sollte. Folgende Bezeichnungen sind üblich:

  • Note 1 = sehr gut = herausragende Kenntnisse
  • Note 2 = gut = Expertenkenntnisse
  • Note 3 = befriedigend = Grundkenntnisse

Zudem kann vertiefend auch der Zeitraum, die Häufigkeit der Nutzung und der Zweck der Verwendung angegeben werden:

  • Photoshop (seit 7 Jahren, täglich in Anwendung, Bildmontage und Retusche)

Auch eventuell vorhandene Zertifikate können angeführt werden:

  • Photoshop (einmonatige Weiterbildung, Adobe Zertifikat, 04.07.2015)
  • European Computer Driving License (ECDL)

Die Eigenbewertung ist bei EDV-Kenntnissen jedoch kritisch, da keine allgemeingültigen Vorgaben existieren. So kann es vorkommen, dass ein Bewerber seine Fähigkeiten in Word aufgrund jahrelanger Erfahrung als „sehr gut“ einschätzt und im Bewerbungsgespräch bei der Frage nach der Erstellung eines Serienbriefs scheitert. Aus diesem Grund sollten die eigenen EDV-Kenntnisse nicht schnell nur nebenbei als möglichst positiv bewertet werden. Vielmehr ist abzuwägen, welche Computertätigkeiten in dem Job zu erwarten sind und wie sich die eigenen Fähigkeiten dazu verhalten. Fordert der Arbeitgeber Expertenkenntnisse in einem bestimmten Programm, kann „sehr gut“ nur bedeuten, dass sich der Kandidat vertiefend auch mit den Spezialfunktionen der Software auskennt. Wird hingegen nur kurz angeführt, dass ein routinierter Umgang mit dem Computer vorausgesetzt wird, kann auch eine jahrelange Erfahrung in den Grundfunktionen eines Programms durchaus als „sehr gut“ angeführt werden.

Hilfreich bei dieser Einschätzung ist darüber hinaus, sich einmal mit dem Gesamtumfang einer Software zu beschäftigen. Ein Beispiel: In Word lassen sich Texte schreiben und die Schrift kann formatiert werden. Weiterhin können Seitenzahlen, Kopf- und Fußzeilen eingefügt sowie Formatvorlagen erstellt werden. Hinzu kommen Funktionen wie der Formeleditor, das Arbeiten mit Feldern und Verlinkungen, die automatische Erstellung von Verzeichnissen und die Verwendung von Makros. Grafiken können eingebettet werden, Tabellen erstellt und Vorlagen für Formulare und Serienbriefe aufbereitet werden. Bei der persönlichen Einschätzung stellt sich dann die kritische Frage, wo die eigenen Fähigkeiten sich tatsächlich und realistisch einordnen lassen.

Beispiele für die Darstellung von EDV- und Software-Kenntnissen im Lebenslauf

Wie bereits angeführt, können die EDV-Kenntnisse stark komprimiert oder ausführlich und vertiefend präsentiert werden. Ist das Computerwissen für die Stelle nicht allzu relevant, empfiehlt sich eine einspaltige Darstellung und knappe Listung unter der Kategorie „Fähigkeiten und Kenntnisse“.

Verknappte Form:

  • EDV-Kenntnisse: MS Word, Excel und Powerpoint (1), Photoshop CS5 (2)

Etwas ausführlicher:

  • Expertenkenntnisse in der Programmierung mit C++
  • Grundkenntnisse in der Bildmontage mit Photoshop CS5
  • Sehr gute Kenntnisse in Microsoft Word und Excel 2013

Für Bewerbungen, in denen die EDV-Kenntnisse eine große Rolle spielen, sollten die Informationen entsprechend viel Raum einnehmen und mit Details versehen werden. Eine umfangreiche zweispaltige Variante, in der IT-Kategorien unterschieden werden und ausführliche Informationen geliefert werden, könnte wie folgt aussehen (Hinweis: Die Betriebssysteme werden hier nur genannt, da in der Stellenausschreibung ausdrücklich nach Linux gefragt wurde):

EDV-Kenntnisse

Programmiersprachen– C++ (seit 7 Jahren, täglich in Anwendung, aktuell: C++14)
– PHP (seit 10 Jahren, täglich in Anwendung, Websiteprogrammierung)
Bildbearbeitung– Photoshop CS5 (seit 2 Jahren, häufig in Anwendung, Bildmontage)
Hardware– Reparatur von PC-Systemen
– Austausch von Bauteilen
Standardprogramme– MS Office (alle Programme täglich in Anwendung, Expertenwissen)
Betriebssysteme– Windows (täglich in Anwendung, Expertenkenntnisse)
– Linux (häufig in Anwendung, Expertenkenntnisse)