Hobbys im Lebenslauf

Joggen, Schach, Musik, Fußball oder sogar Kitesurfen – Hobbys hat jeder. Im Lebenslauf sind die Freizeitbeschäftigungen allerdings ein umstrittener Punkt. Im Wörtchen Freizeitbeschäftigungen steckt das Problem schon drin: letztlich sind Hobbys Freizeit. Gehört die überhaupt in den Lebenslauf? Rund 80 Prozent der Personalchefs bejahen diese Frage. Die Besetzung der Stelle nehmen Personaler zwar nicht anhand von Hobbys vor, aber die Freizeitaktivitäten geben ihnen einen tieferen Einblick in die Persönlichkeit des Bewerbers und die Persönlichkeit ist für die Besetzung einer Stelle ein nicht ganz unbedeutendes Auswahlkriterium.

Sollte ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Hobbys sind im Lebenslauf kein zwingender Punkt. Gerade wenn der Bewerber bereits über ausreichend Berufserfahrung verfügt, dürfen sie weggelassen werden – allerdings sollte man sich dennoch während des Bewerbungsgesprächs auf Rückfragen dazu einstellen. In Positionen, in denen die Bewerberpersönlichkeit ein zentrales Kriterium ist, können sie andererseits gute Dienste leisten.

Berufseinsteiger haben oft keine einschlägige Branchenerfahrung. Dasselbe gilt für Quereinsteiger, die sich nach einer Umschulung erstmals in der neuen Branche bewerben. In diesen Fällen können Hobbys mit Bezug zur ausgeschriebenen Stelle zumindest das Interesse für die Branche untermauern. Zu viel Platz sollten sie jedoch auf keinen Fall einnehmen. Wenn überhaupt, so werden sie am Ende der Bewerbung erwähnt und runden den Lebenslauf damit lediglich ab. Wichtig ist vor allem eine möglichst tiefgreifende Beschreibung der Aktivität, die dem Personaler ein Bild vom Umfang der Ausübung vermittelt. Wenn beispielsweise ein Fußballspieler den Sport im Lebenslauf angeben möchte, dann definiert er in Klammern idealerweise näher, in welchem Verein und seit wann er den Sport betreibt. Der Umfang der Ausübung wird idealerweise in Stunden pro Woche angegeben. Aber Vorsicht: zu zeitaufwändige Hobbys können auf einen Personaler negativ wirken. Wer zu viel Zeit mit Hobbys verbringt, hat logischerweise weniger Zeit für die Arbeit. Daher werden enorm zeitaufwändige Hobbys lieber weggelassen. Bei Sportarten gilt es, bisherige Erfolge mit anzugeben. Das kann den Personaler gegebenenfalls vom Ehrgeiz und der Ausdauer eines Kandidaten überzeugen.

Welche Hobbys sind für den Lebenslauf geeignet?

Grundsätzlich sollten nur solche Hobbys in den Lebenslauf wandern, die eine irgendwie geartete Relevanz für die ausgeschriebene Stelle haben. Teamsportarten können zum Beispiel den Teamgeist des Bewerbers untermauern. Freiwillige Trainerpositionen können von wichtigen Eigenschaften für Führungspositionen überzeugen. Bei einer ausgeschriebenen Stelle im strategischen Bereich kann dagegen ein Hobby wie Schach für die Eignung des Bewerbers sprechen. Reiselust darf in vielen beruflichen Positionen nicht fehlen und kann sich daher ebenfalls positiv im Lebenslauf auswirken. Hobbys wie Kochen, Schreiben, Malen oder Musizieren zeugen von Kreativität, die für bestimmte Branchen eine der interessantesten Bewerbereigenschaften ist. In annähernd allen Berufssparten machen sich außerdem ehrenamtliche Aktivitäten gut. Diese Art von Hobby zeigt, dass der Bewerber nicht nur an sich, sondern auch an andere denkt. Dem Personaler kommt diese Eigenschaft recht. Schließlich soll der Bewerber in Zukunft auch auf das Wohl der Firma bedacht sein und auch gegenüber Kollegen eine gewisse Hilfsbereitschaft an den Tag legen.

Wer 0/8/15-Hobbys betreibt, die er nicht sinnig mit der ausgeschriebenen Stelle verbinden kann, lässt diese Freizeitaktivitäten lieber weg. Viele Personaler beurteilen sie dann nämlich als irrelevant. Auch wenn sich der Bewerber im Bezug auf ein bestimmtes Hobby unschlüssig ist, lässt er es lieber weg. Wie bei allen anderen Angaben im Lebenslauf, so ist auch bei Hobbys der Wahrheitsgehalt der Angaben ein wichtiger Punkt. Erfundene oder übertriebene Angaben können nach hinten losgehen. So zum Beispiel, wenn der Personaler selbst das erlogene Hobby betreibt und die augenscheinliche Gemeinsamkeit im Bewerbungsgespräch als erlogen erkennt.

Welche Hobbys sind für den Lebenslauf ungeeignet?

Viele Hobbys wirken im Lebenslauf branchenunabhängig nicht besonders gut aufgehoben. Das gilt zum Beispiel für Extremsportarten. Diese Freizeitbeschäftigungen zeigen, dass der Bewerber ein risikobereiter Grenzgänger ist. Diese Grenzgänger-Eigenschaft ist nur in einer verschwindend geringen Zahl der Fälle eine interessante Bewerbereigenschaft. Die meisten Personaler sehen sich nicht nach Personen mit grenzenloser Risikobereitschaft um, da sie ihnen unterstellen, unter Umständen nicht nur das eigene Leben, sondern auch die Firma in Gefahr zu bringen. Extremsportarten sind außerdem mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden. Daher lassen sie Personaler fürchten, dass der Bewerber oft nicht arbeitsfähig sein wird. Auch exzessiver Leistungssport hat im Lebenslauf meist wenig zu suchen. Logischerweise ist diese Art der Freizeitgestaltung sehr anstrengend und zeitaufwändig. Personaler unterstellen daher schlimmstenfalls, dass die Arbeitsleistungen des Bewerbers unter den Freizeitaktivitäten leiden würden.

Ebenso negativ können sich zu statische Hobbys auswirken. Die Hobby-Sparte soll davon zeugen, dass der Bewerber fit und dynamisch ist. Fernsehen oder Computerspielen ist hier also fehl am Platz. Mit Sportarten wie Tennis verhält es sich von Fall zu Fall unterschiedlich. Solche Hobbys können, müssen aber nicht kritisch sein. Auf jeden Fall lassen sie den Bewerber wie einen Einzelkämpfer wirken. Das kann in bestimmten Positionen eine erwünschte Eigenschaft sein. In anderen Positionen sind Einzelkämpfer aber wenig beliebt, da ihnen mangelnde Teamfähigkeit unterstellt wird. Übrigens sollten ausschließlich aktuelle Hobbys in den Lebenslauf wandern. Ist eine Freizeitaktivität zeitlich überholt, hat sie in der Bewerbung in annähernd allen Fällen nichts mehr zu suchen.

Beispiel für die Darstellung von Hobbys im Lebenslauf

Im Lebenslauf stehen die Hobbys als abrundende Angaben am Ende des Dokuments. Sie nehmen verglichen mit den anderen Sparten nur minimalen Platz ein, sind aber trotzdem fundiert aufgeschlüsselt. Entweder werden sie hinter die Kategorie „Kenntnisse und Fähigkeiten“ gesetzt oder als letzte Unterrubrik in diese Kategorie gefasst. Im Lebenslauf könnte das folgendermaßen aussehen:

Kenntnisse und Fähigkeiten

Sprachkenntnisse
Englisch C1 in Wort und Schrift
Spanisch B2 in Wort und Schrift

EDV-Kenntnisse
Textverarbeitung Microsoft Word, LaTeX (sehr gut)
Bildbearbeitung Adobe Photoshop (fortgeschritten)

Hobbys
Klavier (seit fünf Jahren, Teilnahme an Wettbewerb X)
Fußball-Trainer (im Fußballverein X, Aufgaben: pädagogische Anleitung, Trainingsplanung, Motivator)

Abschließend nochmal der wahrscheinlich entscheidendste Tipp zum Thema Hobbys im Lebenslauf: Wer sich mit einem bestimmten Hobby in der Bewerbung unwohl fühlt, gibt es lieber nicht an. Die Sicherheit im Bewerbungsgespräch ist definitiv entscheidender für die Personalentscheidung, als die Aufführung eines bestimmten Hobbys.