Bewerbungsgespräch – So wird das Vorstellungsgespräch ein Erfolg

Damit ein Bewerbungsgespräch so erfolgreich wie möglich verläuft, ist eine gute Vorbereitung essenziell. Auf diese Aspekte kommt es vor und beim Bewerbungsgespräch an.

Wenn ein Bewerbungsgespräch ansteht, ist eine gründliche Vorbereitung das A und O, um einen guten Eindruck beim möglichen Arbeitgeber zu hinterlassen – und so die Chancen auf den ersehnten Job enorm zu erhöhen. Wer weiß, was ihn erwartet, ist im Vorstellungsgespräch weniger nervös und das Risiko, mit Fragen auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, gemindert. Darauf kommt es bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch an.

Bewerbungsgespräch

Vor dem Bewerbungsgespräch: Informationen sammeln

Einige Tage oder auch Wochen vor dem entscheidenden Termin hat der Kandidat Zeit, sich auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten – mit allem, was dazugehört.

Informationen über das Unternehmen sammeln

Zu den wichtigsten Vorbereitungen auf ein Bewerbungsgespräch gehört es, sich mit dem möglichen Arbeitgeber näher auseinanderzusetzen – falls dies nicht ohnehin schon geschehen ist, wird es jetzt höchste Zeit. Bewerber sollten sich im Vorfeld des Gesprächs gründlich über die Firma informieren. Was ist die Kerntätigkeit des Unternehmens? Je nach Branche und Tätigkeitsfeld: Wie sind die Absatzzahlen? Worauf liegt der Fokus? Gab es in letzter Zeit strukturelle Änderungen, die bekannt sind?

Die Unternehmensphilosophie sollte dem Bewerber ebenso bekannt sein wie die Zahl und Standorte von Niederlassungen der Firma. Es kann immer sein, dass Bewerber im Bewerbungsgespräch dahingehend auf den Prüfstand gestellt werden, ob sie sich mit dem Unternehmen vertraut gemacht haben. Und selbst wenn nicht: Wer im Vorstellungsgespräch geschickt einfließen lässt, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat, punktet damit garantiert.

Wer weiß, mit welchen Gesprächspartnern er es beim persönlichen Kennenlernen zu tun haben wird, sollte zudem versuchen, Informationen über diese Personen zu sammeln. Das hilft, die Gesprächspartner besser einschätzen zu können. In manchen Fällen können Kandidaten durch ihre Recherche auch erfahren, worauf die betreffende Person Wert legt oder was sie nicht mag.

Sich mit dem Ablauf vertraut machen

Wer nicht ohnehin Routine in puncto Vorstellungsgesprächen hat, dem hilft es, wenn er sich mit dem typischen Ablauf eines solchen Kennenlernens auseinandersetzt. Wer weiß, was ihn erwartet, der ist meist weniger nervös – und kann mehr Energie darauf verwenden, einen professionellen Eindruck bei seinen Gesprächspartnern zu hinterlassen.

Zwar gibt es nicht den einen, fixen Ablauf eines Bewerbungsgesprächs. Nichtsdestotrotz sind bestimmte Gesprächsphasen typisch. Zu Anfang steht dabei die Begrüßung. Danach folgt mit dem Small Talk eine Aufwärmphase, in der sich Bewerber und Arbeitgeber in möglichst entspannter Atmosphäre beschnuppern können. Danach steht der Bewerber im Fokus. Meist wird diese Phase eingeleitet, indem der Kandidat gebeten wird, etwas über sich zu erzählen. Im Anschluss muss er sich einer Reihe von Fragen zu seiner Person und seinen Qualifikationen stellen.

Danach stellen der Personalverantwortliche oder der Chef das Unternehmen vor und erzählen Details zur offenen Stelle. Anschließend hat der Kandidat Gelegenheit, seinerseits Fragen an den möglichen Arbeitgeber zu richten. Sind keine Fragen mehr offen, klärt der Arbeitgeber den Bewerber in der Regel über den weiteren Verlauf der Auswahl eines neuen Mitarbeiters auf, bevor das Bewerbungsgespräch mit der Verabschiedung beendet wird.

Auf Fragen vorbereitet sein

Im Vorfeld eines Bewerbungsgesprächs ist es entscheidend, sich auf mögliche Fragen vorzubereiten. Manche Fragen sind im Vorstellungsgespräch so sehr Standard, dass Bewerber darauf unbedingt eine Antwort kennen sollten. Dazu zählen etwa Fragen nach den eigenen Stärken und Schwächen. In beiden Fällen ist eine schlagfertige und überlegte Antwort wichtig. Auch die eigenen Gehaltsvorstellungen sollten vor dem Gespräch durchdacht werden, um bei Bedarf einen Rahmen nennen zu können.

Ganz sicher wird der Kandidat auch gebeten, etwas über sich zu erzählen – hier geht es um eine kurze, gelungene Selbstpräsentation. Dabei sollte nicht der Lebenslauf rezitiert werden, denn diesen hat der mögliche Chef ganz sicher im Bewerbungsgespräch vor sich liegen. Deshalb ist es wichtig, auch andere Aspekte einfließen zu lassen. Damit dieser Part des Vorstellungsgesprächs nicht auswendig gelernt klingt, ist es sinnvoll, die Selbstpräsentation mit Dritten zu üben.

Außerdem ist es wichtig, dass der Bewerber nichts erzählt, was Angaben in seiner Bewerbung widerspricht. Gerade, wenn viele Bewerbungen geschrieben werden, ist es mitunter gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten – und sich zu erinnern, welche Punkte in welchem Bewerbungsanschreiben oder Lebenslauf betont wurden. Deshalb sollten Bewerber ihre eigenen Unterlagen zeitnah vor dem Gespräch unbedingt noch einmal durchgehen.

Eigene Fragen für das Vorstellungsgespräch überlegen

In jedem Bewerbungsgespräch gibt der Arbeitgeber dem Bewerber Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen. Es ist sinnvoll, sich diese schon vorab zu überlegen und auf einem sauberen Zettel zu notieren. Dieser kann dann als Gedankenstütze mit zum Gespräch genommen werden.

Bewerber sollten die Chance, Rückfragen zu stellen, unbedingt nutzen – auch wenn die Verlockung groß sein mag, das Gespräch zu beenden, damit die für viele Bewerber aufregende Situation vorüber ist. Wer jedoch keine Fragen stellt, wirkt damit automatisch uninteressiert – und das senkt die Chancen auf den angestrebten Job.

Es gibt zahlreiche Aspekte, bei denen der Bewerber nachhaken kann – zur Stelle, dem Unternehmen oder zu Formalitäten wie dem Entscheidungsprozess zur Vergabe der Stelle. Vieles wird möglicherweise schon durch den Chef oder Personaler im Gespräch geklärt. Dahingehende Fragen sollte der Bewerber natürlich nicht mehr stellen; andernfalls suggeriert er, dass er nicht richtig zugehört hat.

Mögliche Punkte, nach denen sich Bewerber im Vorstellungsgespräch erkundigen können, sind etwa der Ablauf eines typischen Arbeitstags, die Einarbeitungsphase, die Größe des Teams und mögliche Verzahnungen mit anderen Abteilungen. Auch ob die Stelle neu geschaffen wurde und welche Erwartungen die Vorgesetzten an den neuen Mitarbeiter stellen, kann gefragt werden. Auch nach Weiterbildungsmöglichkeiten und möglichen Geschäftsreisen kann sich der Bewerber erkundigen.

Auch, wenn es dem Volksmund nach keine „doofen Fragen“ gibt: Bestimmte Dinge sollten in einem Vorstellungsgespräch nicht erfragt werden, wenn sich der Kandidat nicht als ignorant und uninformiert präsentieren möchte. Dazu gehören Fragen nach grundlegenden Dingen, von denen der Arbeitgeber erwarten kann, dass der Bewerber sich damit beschäftigt hat.

Unmittelbar vor dem Bewerbungsgespräch

Unmittelbar vor dem Bewerbungsgespräch sind praktische Fragen zu klären und organisatorische Dinge zu beachten. Dazu zählt einerseits die Wahl eines passenden Outfits. Was geeignet ist, hängt vom Bewerber selbst, von der Stelle und der Firma ab. In konservativen Branchen wird von Bewerbern häufig ein Anzug oder ein Kostüm erwartet, zumindest aber ein Hemd und eine elegante Hose.

In kreativen Berufen ist der Dresscode häufig lockerer. Ein gepflegtes Äußeres spielt darüber hinaus eine große Rolle. Bewerber sollten darauf achten, dass die gewählte Kleidung zu ihnen passt und dass sie sich darin wohlfühlen. In puncto Make-Up gilt: nicht übertreiben.

Auch die Anreise sollte durchdacht sein. Wer mit dem Auto anreist, sollte einen Stau einplanen. Es ist besser, vor Ort noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken, als abgehetzt am Ort des Gesprächs anzukommen – oder gar zu spät. Auch Busse und Bahnen können Verspätung haben, weshalb eine frühere Verbindung immer empfehlenswert ist. Wer von weiter weg kommt, kann schon am Vortag anreisen. So läuft der Tag des Vorstellungsgesprächs entspannter ab.

In jedem Fall ist Pünktlichkeit essenziell – am besten ist der Kandidat fünf bis zehn Minuten vor Gesprächsbeginn da. Sehr viel früher sollten Bewerber jedoch nicht erscheinen, um die Gesprächspartner nicht unter Druck zu setzen.

Bewerber sollten an wichtige Dinge denken, die sie im Gespräch benötigen könnten. Mitbringen sollten sie etwa etwas zum Schreiben, um sich interessante Aspekte und Rückfragen notieren zu können, Notizen über eigene Fragen und die eigenen Bewerbungsunterlagen.

Im Vorstellungsgespräch

Wie sich der Bewerber im Vorstellungsgespräch gibt, entscheidet maßgeblich darüber, ob er den Zuschlag für die Stelle bekommt oder ob ein Mitbewerber das Rennen macht. Neben guter Vorbereitung sind diese Punkte entscheidend.

Aufmerksam zuhören

Viele Kandidaten sind im Vorstellungsgespräch nervös. Das ist ganz normal – die eigene Aufregung kann jedoch ablenken. Umso wichtiger ist es, dass Bewerber ihren Gesprächspartnern aufmerksam folgen und nicht etwa eigenen Gedanken nachhängen. So sind sie gewappnet für Fragen und können gezielt Rückfragen stellen. Schließlich geht es im Bewerbungsgespräch nicht nur darum, sich selbst als geeigneten Kandidaten zu präsentieren, sondern auch festzustellen, ob dieser Job laut den Ausführungen der Gesprächspartner überhaupt zum Kandidaten passt.

Wer aufmerksam zuhört, bestätigend nickt und den möglichen Chef oder den Personalverantwortlichen ausreden lässt, hinterlässt meist einen guten Eindruck.

Auf eine selbstbewusste Körpersprache achten

Wie im Anschreiben, so ist es auch im Vorstellungsgespräch wichtig, dass Bewerber selbstbewusst auftreten – ohne dabei jedoch zu übertreiben. Eine entsprechende Körpersprache unterstreicht diese Haltung. Es gehört auch dazu, Blickkontakt aufzunehmen und halten zu können. Eine möglichst entspannte, aufrechte Haltung wirkt besser als ein nervöses Hin-und-Her-Rutschen auf dem Stuhl. Expressive Gesten können die eigenen Ausführungen unterstreichen, nervöses Herumfuchteln ist aber wenig zielführend.

Ruhig bleiben

Viele qualifizierte Kandidaten für eine Stelle stehen sich im Vorstellungsgespräch selbst im Weg, weil sie nervös sind. Eine gewisse Aufregung ist normal, zumal dann, wenn der Bewerber großes Interesse an der offenen Stelle hat. Gegen diese Nervosität hilft eine gründliche Vorbereitung, möglicherweise auch das Durchspielen der Gesprächssituation mit Freunden oder einem Familienmitglied.

Wer durch die eigene Aufregung zu abgelenkt ist oder Probleme hat, einen klaren Gedanken zu fassen, kann dies durchaus kurz thematisieren, wenn er sich davon sehr eingeschränkt fühlt. Das bricht oft das Eis. Personaler und Arbeitgeber ist daran gelegen, dass der Kandidat möglichst entspannt ist, um ihn besser kennenzulernen. Eine freundliche Reaktion der Gesprächspartner auf dieses Geständnis hilft Bewerbern oft, sich wohler zu fühlen und besser konzentrieren zu können.

Nach dem Bewerbugnsgespräch

Nach dem Gespräch ist der wichtigste Part zwar vorüber. Der Bewerber hat jetzt nur noch begrenzten Einfluss auf seine Chancen im Bewerbungsprozess. Sein Interesse kann er jedoch bekräftigen, indem er sich bei dem möglichen Arbeitgeber noch einmal in Erinnerung ruft und sein Interesse unterstreicht.

Das geht am besten mit einer kurzen Danksagung. Üblicherweise wird diese kurze Nachricht per E-Mail verschickt. Es reicht, sich darin für das Gespräch zu bedanken. Falls der Bewerber bei dem Kennenlernen etwas besonders Spannendes erfahren hat oder er durch eine Erläuterung noch mehr Lust auf den Job bekommen hat, kann er das ebenfalls kurz erwähnen. Abschließend sollte der Kandidat seine Hoffnung auf eine positive Rückmeldung zum Ausdruck bringen. Wenige Sätze sind für eine solche E-Mail ausreichend. In jedem Fall sollte der Bewerber verdeutlichen, dass er den Job wirklich will.

Eine Alternative besteht darin, dem Gesprächspartner eine handgeschriebene Notiz zukommen zu lassen. Das wirkt persönlicher als eine E-Mail. Eine solche Nachricht kann vor dem Gespräch geschrieben und direkt nach dem Gespräch in den Briefkasten geworfen werden. Alternativ kann diese auch später abgeschickt werden, damit Aspekte aus dem Gespräch noch einfließen können.

Egal, ob E-Mail oder persönliche Notiz: Ein guter Zeitpunkt für eine solche Danksagung ist wenige Tage nach dem Gespräch. Wer länger wartet, riskiert, dass die Entscheidung über die Jobvergabe dann schon gefallen ist.