Motivationsschreiben

Im Allgemeinen werden Motivationsschreiben hauptsächlich von Stiftungen oder zur Bewilligung von Stipendien verlangt. Doch auch Arbeitgeber können im Rahmen einer Bewerbung, zusätzlich zu den eigentlichen Bewerbungsdokumenten, ein Motivationsschreiben anfordern. Nachfolgend erfahren Sie, welchen Zweck das Motivationsschreiben hat, welche zusätzlichen Möglichkeiten es Bewerbern bietet und wie ein Motivationsschreiben in aller Regel aufgebaut ist.

Zweck eines Motivationsschreibens

Der eigentliche Zweck des Motivationsschreibens besteht darin, dem Empfänger nachvollziehbar darzulegen, aus welchen Gründen Sie sich um genau diese Stelle bewerben und weshalb genau Sie dafür der passende Kandidat sind. Damit fasst das Motivationsschreiben die Angaben des Bewerbungsschreibens und des Lebenslaufs nicht nur zusammen, sondern bietet darüber hinaus die Möglichkeit, ergänzende und ausführlichere Informationen zu vermitteln, die Sie als Bewerber bisher weder im Bewerbungsschreiben, noch im Lebenslauf entsprechend platzieren konnten. Beim Verfassen eines Motivationsschreibens geht es also nicht darum, das Rad völlig neu zu erfinden – vielmehr enthält ein Motivationsschreiben in aller Regel redundante Informationen, die Sie bereits in den weiteren Bewerbungsdokumenten angeführt haben, sowie ausführlichere und zusätzliche Fakten zu Ihrer Person und Ihren Qualifikationen. Auch als Quereinsteiger haben Sie mit diesem Dokument die Möglichkeit, die Gründe für eine solche Veränderung näher zu erläutern.

So ist ein Motivationsschreiben aufgebaut

In einer Bewerbungsmappe wird das Motivationsschreiben als dritte Seite hinter dem Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf angeordnet. Die Anordnung in der Bewerbungsmappe ist auch der Grund dafür, weshalb ein Motivationsschreiben alternativ auch gerne als „Dritte Seite“ bezeichnet wird. Im Vergleich zu den weiteren Dokumenten einer Bewerbung gibt es für das Motivationsschreiben allerdings keine formalen Vorgaben. In Bezug auf das Layout sollte dieses zwar (in Bezug auf die grundsätzliche Gestaltung und die verwendeten Schriftarten und Schriftgrößen) zu den anderen Dokumenten passen, damit die Bewerbung einen einheitlichen Eindruck hinterlässt. Jedoch steht es Ihnen frei, den Inhalt entweder als Fließtext zu verfassen, oder sich alternativ für eine Darstellung der Inhalte in Form einer Aufzählung zu entscheiden.

Motivationsschreiben als Fließtext

Sollten Sie Ihr Motivationsschreiben als Fließtext erstellen, so sollten Sie diesen Text durch Absätze übersichtlich strukturieren. Da Fließtext im Vergleich zu Aufzählungen anstrengender zu lesen ist, sollten Sie daher darauf achten, dass wichtige Informationen nicht untergehen. Im Vergleich zu Aufzählungen hat die Wahl des Fließtexts jedoch den Vorteil, dass wichtige Inhalte detaillierter und emotionaler ausgeführt werden können, beispielsweise durch die Verwendung von entsprechenden Nebensätzen. Bei einem Text in Aufzählungsform sollten Sie ebenfalls für jeden Punkt einen Absatz verwenden und die einzelnen Aufzählungspunkte näher erläutern.

Motivationsschreiben als Aufzählung

Beim Verfassen Ihres Motivationsschreibens als Aufzählung ist es ebenfalls ratsam, die angeführten Informationen in Bezug auf Ihre Beweggründe, Qualifikationen, Kenntnisse und Erfahrungen sinnvoll und übersichtlich zu strukturieren. Ziel des Motivationsschreibens sollte es sein, dem Leser einen schnellen Überblick bezüglich der zuvor angeführten Punkte zu verschaffen und damit seine Fragen zu beantworten. Heben Sie daher also wichtige Informationen entsprechend hervor, um das Interesse des Lesers an Ihrer Person zu wecken. Verwenden Sie auch passende Überschriften, um den Leser bestmöglich abzuholen und seine volle Aufmerksamkeit zu gewinnen. Im Vergleich zum Motivationsschreiben als Fließtext ist die Variante als Aufzählung in aller Regel übersichtlicher und lässt wichtige Schlagworte schneller erkennen. Dennoch kann es bei dieser Variante anspruchsvoller sein, beiläufige Informationen zu verpacken und eine emotionale Wirkung zu erzielen, da das Motivationsschreiben durch diesen Aufbau meist sehr aufgeräumt und sachlich wirkt.

Form und Umfang des Motivationsschreibens

In Bezug auf den Umfang des Motivationsschreibens gelten zwei DIN A4 Seiten gemeinhin als Maximum. Da es für die Entscheider mithilfe dieses Dokuments allerdings möglich sein soll, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen, wird in aller Regel ein Umfang von nur einer DIN A4 Seite empfohlen. Daher sollten sich nur Bewerber mit einem sehr umfangreichen Lebenslauf und einer umfassenden beruflichen Laufbahn am Maximum orientieren. In Bezug auf die Form ähnelt das Motivationsschreiben dem Bewerbungsschreiben sehr stark. Auch dieses Dokument sollte eine Kopfzeile mit den Kontaktdaten des Absenders und das Datum der Bewerbung enthalten. Ebenso wird das Motivationsschreiben handschriftlich mit blauer Tinte unterschrieben oder alternativ mit einer eingescannten handschriftlichen Unterschrift versehen. Lediglich die Empfängeradresse muss auf dem Motivationsschreiben nicht mehr wiederholt werden.

Einleitung des Motivationsschreibens

Mit der Einleitung Ihres Schreibens können Sie bereits erste relevante Schlagworte bezüglich Ihres fachlichen Hintergrunds und Ihrer Motivation platzieren. Auch wenn Sie sich für die Darstellung als Aufzählung entscheiden, sollte die Einleitung als Fließtext verfasst werden. Achten Sie, wie auch beim Bewerbungsschreiben, darauf, dass Sie den Empfänger persönlich ansprechen.

Hauptteil des Motivationsschreibens

Im Hauptteil des Motivationsschreibens können Sie dann die relevanten Fakten Ihrer bisherigen Laufbahn anführen. Auch wenn sich die Punkte inhaltlich zu großen Teilen mit denen des Bewerbungsschreibens decken werden, sollten Sie diese dennoch anführen und nach Möglichkeit noch etwas konkreter ausformulieren und damit um zusätzliche Informationen ergänzen. Insbesondere Punkte, die Sie im Bewerbungsschreiben oder im Lebenslauf beispielsweise aus Platzgründen nicht angeführt haben, können Sie im Hauptteil Ihres Motivationsschreibens berücksichtigen. Grundsätzlich sollte der Hauptteil des Schreibens Aufschluss darüber geben, weshalb Sie die Stelle bzw. das Stipendium erhalten möchten und aus welchen Gründen Sie denken, dass Sie für die Stelle oder das Stipendium geeignet sind. Kurzum: Liefern Sie dem Entscheider an dieser Stelle Argumente für Ihre Person!

Schluss des Motivationsschreibens

Am Schluss des Motivationsschreibens können Sie noch einmal zum Ausdruck bringen, dass Sie sich über eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch freuen würden. Im Vergleich zum Schluss des Bewerbungsschreibens können Sie die Überleitung zu diesem Teil jedoch etwas kreativer gestalten.

Hinweise für das Erstellen eines Motivationsschreibens

  • Grundsätzlich sollten Sie Ihren Bewerbungsunterlagen nur dann ein Motivationsschreiben beifügen, wenn dies ausdrücklich vom Arbeitgeber verlangt wird. Einem Motivationsschreiben stehen nicht alle Entscheider positiv gegenüber, da es, wie eingangs erwähnt, Informationen aus dem Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf abermals enthält.
  • Weiter müssen Sie bei der Formulierung Ihres Motivationsschreibens meist nicht zu förmlich sein. Zwar sollten Sie einen gehobenen, angemessenen Sprachstil benutzen, dennoch dürfen Sie auch Emotionen einfließen lassen, um Ihre Motivation und Ihre Beweggründe zu unterstreichen. Damit sollten Sie es natürlich nicht übertreiben – auch das Motivationsschreiben soll authentisch sein und nicht gekünstelt oder übertrieben wirken.
  • Auch wenn Sie in Ihrem Motivationsschreiben Qualifikationen, Kenntnisse, Fähigkeiten, Erfahrungen und Erfolge anführen sollen, sollten Sie übermäßiges Eigenlob vermeiden. Natürlich dürfen Sie stolz auf Ihre bisherigen Leistungen sein, stellen Sie diese jedoch in einer Form dar, die nach Möglichkeit nicht als übermäßiges Eigenlob oder gar Arroganz aufgefasst werden kann. Lassen Sie Ihr Motivationsschreiben möglichst auch von anderen Menschen gegenlesen, um zu ermitteln, wie dieses auf andere wirkt.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Motivationsschreiben nicht nur eine bloße Kopie des Anschreibens ist. Nutzen Sie den zusätzlichen Raum, um bisher unberücksichtigte Punkte Ihrer bisherigen Laufbahn anzuführen und beleuchten Sie wichtige Punkte genauer – liefern Sie die passenden Argumente!
  • Wie auch Ihre weiteren Bewerbungsdokumente, sollte das Motivationsschreiben frei von Rechtschreibfehlern sein. Bitten Sie daher bevor Sie Ihre Bewerbung versenden andere Menschen aus Ihrem Umfeld darum, das Dokument gegenzulesen und nutzen Sie die Rechtschreibprüfung Ihres Textverarbeitungsprogramms.