Praktika im Lebenslauf

Ein Praktikum bedeutet Kaffee kochen!? Damit genau dieser Gedanke beim Lesen eines Lebenslaufs nicht aufkommt, muss ein Bewerber seine Angaben gezielt aufbereiten. Manche Erfahrungen werden besonders hervorgehoben, andere hingegen sind unbedingt zu vermeiden. Die richtige Formel lautet dabei keineswegs „Je mehr Praktika, umso besser“, sondern „Je relevanter das Praktikum für den Job ist, umso zielführender“.

Welche Praktika sollte ich im Lebenslauf angeben?

Ein Praktikum wird im Lebenslauf angegeben, wenn die darin ausgeübte Tätigkeit im direkten Zusammenhang mit der Stellenanzeige steht. Je klarer dieser Bezug inhaltlich und fachlich ausfällt, umso besser. Wer sich zum Beispiel um den Job eines Maschinenbedieners bewirbt und bereits unter Aufsicht und Anleitung an einer Maschine gearbeitet hat, hebt diesen Aspekt besonders hervor.

Dabei müssen die gesammelten Erfahrungen nicht vollständig mit dem Tätigkeitsfeld des neuen Berufes übereinstimmen. Es genügt mitunter auch, wenn Kompetenzen nachgewiesen werden, die nur einen einzelnen Punkt der Stellenausschreibung betreffen. Werden beispielsweise Kenntnisse in einer Fremdsprache gefordert, belegt ein Auslandspraktikum, dass der Bewerber die Sprache bereits im Alltag angewandt hat. Ob es sich dabei um eine Arbeit gehandelt hat, die im direkten Bezug zum neuen Beruf steht, ist in diesem Falle eher zweitrangig. Der Bewerber verdeutlicht aber, dass er über eine Fähigkeit verfügt, die zur Ausübung des Jobs durchaus relevant ist.

Die Angabe eines Praktikums erfolgt also dann, wenn der Mehrwert für den Personaler eindeutig ersichtlich wird. Die Informationen sollten klar und präzise vermitteln: Was hat der Bewerber konkret gemacht und welche Skills konnte er anwenden beziehungsweise erwerben, die zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle passen?

Praktika sind insbesondere für Hochschulabsolventen und Auszubildende mit gar keinem oder einem nur sehr kurzen beruflichen Werdegang wichtige Belege. Sie zeigen, dass ein Berufsanfänger neben seinem theoretischen Wissen bereits erste Praxiserfahrungen gesammelt hat. Für Berufserfahrene gilt: Je länger die Berufsbiografie, umso verzichtbarer werden die Praktika. Die Angaben sind dann nur vorzunehmen, wenn im Lebenslauf Lücken geschlossen werden oder der Bewerber aus seinem Beruf in eine andere Branche wechseln möchte.

Welche Praktika sollte ich im Lebenslauf nicht angeben?

Die Vorgabe, ein Lebenslauf müsse vollständig und lückenlos sein, bedeutet nicht, dass ein Bewerber jedes kleine Praktikum benennen muss. Zu verzichten ist in jedem Falle auf Tätigkeiten, die für die anvisierte Stelle völlig irrelevant sind. Im Zweifel kann dies auch Praktika betreffen, die der Kandidat vielleicht als besonders spannend und lehrreich empfand, die aber mit der Stellenausschreibung nichts gemein haben. Bei einer Bewerbung auf einen Job in der Altenpflege hilft beispielsweise ein Praktikum in einer Marketing-Agentur kaum weiter und kann sogar kontraproduktiv wirken. Der Personaler wird sich vielleicht die Frage stellen, weshalb die Person dieser Tätigkeit überhaupt nachgegangen ist.

Weiterhin sind unvorteilhafte Praktika auszulassen. Das können Stationen sein, in denen der Bewerber einen eher schlechten Eindruck hinterlassen hat oder in denen er ausschließlich belanglose Aufgaben übernommen hat. Im Vorstellungsgespräch wird eventuell danach gefragt und dann sollte die Antwort nicht lauten, man habe tatsächlich nicht viel mehr gemacht, als Kaffee zu kochen.

Darüber hinaus sollte die Anzahl der absolvierten Praktika nicht überzogen werden. Selbst, wenn jede einzelne Station perfekt zu der ausgeschriebenen Stelle passt, sind weniger relevante Positionen eventuell auszusortieren. Hier gilt es, eine gesunde Balance zu finden, wobei die Praktika auch im Gesamtzusammenhang des Lebenslaufs zu betrachten sind. Für den Personaler muss sich ein stimmiges Bild ergeben – zu viel wirkt sich dabei schnell nachteilig aus.

Welche Angaben umfasst die Darstellung meiner Praktika im Lebenslauf?

Vorlage / Muster: Lebenslauf-Vorlage 2016

Moderne Vorlage für den Lebenslauf

Die Angaben zu den Praktika werden tabellarisch in den Abschnitt der „Berufserfahrung“ einsortiert. Die Struktur und das Layout orientieren sich dabei an den anderen Daten des Lebenslaufs, beispielsweise den beruflichen Stationen oder den Informationen aus dem Bereich „Ausbildung“. Zu benennen ist in jedem Fall der Zeitraum des Praktikums in der Form „MM/JJJJ – MM/JJJJ“, der Name des Unternehmens und die Art der ausgeübten Tätigkeit. Je nach Relevanz kann diese kurz zusammengefasst oder in zwei bis drei Anstrichen vertiefend beschrieben werden.

Wichtig ist die Formulierung! Gerade einfache Praktika verführen schnell dazu, negativ besetzte Wörter zu verwenden. Ausdrücke wie „Kopieren“, „Hilfsarbeit“ oder „Einscannen“ mögen die verrichtete Arbeit in manchen Fällen treffend beschreiben, haben aber in einem Lebenslauf nichts verloren. Im Zweifel sollte noch einmal genauer überdacht werden, welche Abläufe man mit der Tätigkeit in dem Unternehmen positiv beeinflusst hat. Wer beispielsweise in einer Druckerei die fertigen Broschüren in Kisten verpackt hat, gibt an, im Bereich der Druckweiterverarbeitung tätig gewesen zu sein. Wer in einem Büropraktikum Excel-Tabellen mit veralteten Kundenadressen aktualisiert hat, nennt dies „Datenmanagement“ oder noch präziser „Management von Kundendaten“. Aus „Kopieren“ und „Akten sortieren“ wird gleichfalls „Büromanagement“, aus „Hilfsarbeiten“ wird die „Unterstützung“ einer bestimmten Abteilung.

Es darf an dieser Stelle keinesfalls übertrieben oder gar gelogen werden, doch durch die richtige Wortwahl können auch einfache Tätigkeiten etwas positiver dargestellt werden. Natürlich weiß ein Personaler um diese Tricks und wird eventuell nachhaken, worin genau das „Büromanagement“ denn bestand. Eine durchdachte Formulierung belegt allerdings, dass sich der Bewerber mit seiner erbrachten Leistung noch einmal beschäftigt hat und sich vor allem mit der Erstellung des Lebenslaufs intensiv auseinander gesetzt hat.

Beispiele für die Darstellung von Praktika im Lebenslauf

Die Angaben können einzeilig erfolgen, wenn das Praktikum nicht allzu relevant ist und beispielsweise eine zeitliche Lücke im Lebenslauf schließt:

03/2014 – 05/2014 Praktikum im Bereich Rechnungswesen, Cortiza GmbH

Für Berufsanfänger ohne berufliche Erfahrung empfiehlt sich eine ausführlichere Darstellung, in der die wesentlichen Aufgabenfelder näher beschrieben werden:

03/2014 – 08/2014 Praktikum im Bereich Rechnungswesen, Cortiza GmbH

  • Telefonische Kundenbetreuung, Büromanagement
  • Konzeption und Durchführung einer Veranstaltung
  • Protokollierung der internen, wöchentlichen Meetings