Bewerbung auf Englisch

Englische Bewerbungen sind eine Herausforderung. Im Vergleich zu den deutschen Unterlagen existieren sowohl formale, als auch inhaltliche Unterschiede. Zudem weisen amerikanische und britische Bewerbungen jeweils spezifische Eigenheiten auf. Um im Auswahlverfahren nicht sofort aussortiert zu werden, sind manche Regelungen unbedingt zu beachten. Andere sind hingegen eher trivialer Natur. Werden aber auch diese berücksichtigt, zeigt das dem Personaler, dass sich der Kandidat mit den Gegebenheiten des Landes bereits intensiv auseinandergesetzt hat. Ein klarer Pluspunkt, der nicht verschenkt werden sollte.

Wie ist eine englische Bewerbung aufgebaut?

Englische Bewerbungen beschränken sich, wenn nicht anders gefordert, auf das Anschreiben und den Lebenslauf. Anhänge wie Zeugnisse oder Zertifikate sind möglich, aber unüblich. Sehr gute Unterlagen zeichnen sich daher durch Knappheit, Klarheit und Prägnanz aus. Auf das Anschreiben ist unbedingt nur eine Seite zu verwenden. Der Lebenslauf sollte im Idealfall nicht mehr als eine, bei extrem langen Erwerbsbiografien maximal zwei Seiten umfassen. Noch mehr als im Deutschen sind die Angaben also reduziert und treffsicher aufzubereiten. Relevantes wird markant hervorgehoben. Unwichtiges entweder gar nicht oder zurückhaltend dargestellt. Ein klares, strukturiertes und leserfreundliches Layout ist darüber hinaus auch im Englischen selbstverständlich.

Auf dem Anschreiben werden die Absender- und Empfängerangaben sowie das Datum genannt. Für den Betreff gibt es unterschiedliche Regelungen (siehe unten). Es folgt eine Anrede, der Text, eine Verabschiedungsformel, die Unterschrift und darunter der ausgeschriebene Name des Bewerbers. Werden Anhänge beigefügt, können diese einfach als „Enclosure“ angegeben werden oder unter einer Überschrift „Enclosure:“ einzeln aufgelistet werden.

Der englische Lebenslauf beginnt mit den „Personal Details“, in denen die Kontaktdaten des Bewerbers angeführt werden. Weiterhin sind folgende Abschnitte einzufügen, die tabellarisch und antichronologisch dargestellt werden:

  • Berufserfahrung („Experience“, „Work Experience“, „Professional Experience“)
  • Ausbildung („Education“)
  • Kenntnisse („Skills“, „Languages“, „Computer/IT“)
  • Engagement, Hobbies („Activities“, „Interests“, „Engagement“, „Hobbies“)

Soweit entspricht die Struktur deutschen Erwartungen. Darüber hinaus gibt es jedoch in einem englischen Lebenslaufs drei eher ungewohnte Aspekte zu berücksichtigen:

Berufserfahrene können eine Extrakategorie „Achievements“ einführen, unter der außergewöhnliche Leistungen und Erfolge gelistet werden. Diese sollten so konkret wie möglich sein und einen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle aufweisen (Beispiel: „Increase of revenues of my department by 15 %“).

In einem Punkt „References“ (amerikanisch) oder „Referee“ (britisch) sind am Ende des Lebenslaufs zwei Referenzpersonen samt Kontaktdaten anzuführen. Diese sollten dem Kandidaten höhergestellt sein (bspw. Professoren, Trainer etc.) und aussagekräftige, möglichst positive Zusatzinformationen über dessen Leistungen treffen können.

Unter den „Personal Details“ kann ein weiterer Abschnitt eingefügt werden. Dieser ist zwar theoretisch optional, doch in der Praxis und insbesondere bei akademischen Berufen beinahe unerlässlich: Viele Personaler erwarten an dieser Stelle entweder ein „Career Objective“, „Personal Profile“ oder eine „Summary“. Ebenso wie nicht klar definiert ist, ob und welche Variante hier eingefügt werden sollte, sind auch die Bezeichnungen nicht einheitlich geregelt:

  • „Career Objective“, „Objective“, „Career Aim“, „Career Aspiration“, „Career Goal“
  • „Personal Profile“, „Personal Statement“, „Key Attributes“, „About Me“, „Career Profile“, “Profile”
  • „Summary“, „Summary Statement“, „Résumé Summary“

Ein deutscher Bewerber wählt am besten keinen allzu ausgefallenen und überraschenden Begriff, es sei denn, er ist in der englischen Formulierung absolut sattelfest. Das gemeinsame Ziel der drei verschiedenen Varianten besteht darin, sich für den Personaler in aller Kürze interessant zu machen. Die Angaben werden spezifisch und absolut zielgerichtet auf die jeweilige Stelle zugeschnitten. Genannt werden sollte die konkrete Berufsbezeichnung, die Firma und das Aufgabengebiet, in dem der Kandidat tätig sein möchte. Die Informationen werden knapp präsentiert und auf den Punkt gebracht. Der wichtigste Aspekt wird möglichst weit vorn platziert. Darüber hinaus sind ausschließlich positive Formulierungen zu verwenden und der Text sollte nicht in der Ich-Form geschrieben werden.

Im Prinzip handelt es sich bei allen drei Varianten um eine Art Anzeigentext, in dem sich ein Bewerber in höchst kondensierter Form hervorhebt. Das Verfassen dieses Abschnitts ist daher beinahe eine Kunst und kann erst nach intensiver Recherche angegangen werden. Wo liegen nun die Unterschiede zwischen den drei Varianten?

  • „Career Objective“ (üblich: unter 20 Wörter): Im Mittelpunkt steht die Art der Arbeit, der der Bewerber nachgehen möchte. Die Angabe wird vor allem von Berufsanfängern oder Quereinsteigern gebraucht. (Beispiel: „Experienced and hard working researcher seeking team assistant position with Hola Tech”)
  • „Personal Profile“ (üblich: maximal 5 Zeilen) : Im Fokus stehen die Erfahrungen, Schlüsselfähigkeiten und Erfolge des Kandidaten. Die Angaben müssen sich direkt auf die Anforderungen der Stellenausschreibung beziehen. Wird darin beispielsweise Verhandlungsgeschick gefordert, kann ein Punkt sein: „Persuading, proficient negotiant with 8 years experience in machine sales on international level.“
  • „Summary“ (üblich: maximal 5 Zeilen): Diese Variante ist vor allem von Berufserfahrenen zu wählen. Es handelt sich im Prinzip um eine Kombination aus „Objective“ und „Profile“ und ist eine Zusammenstellung der wesentlichen Aspekte aus Anschreiben und Lebenslauf.

In welchen Punkten unterscheiden sich englische Bewerbungen in Großbritannien und den USA?

Zunächst ist zu entscheiden, ob britisches oder amerikanisches Englisch angewandt wird. Auf keinen Fall darf zwischen beiden Varianten hin- und hergewechselt werden. Die sprachlichen Unterschiede machen sich bereits in der Bezeichnung des Anschreibens (br.: „Covering Letter“, am.: „Cover Letter“) und des Lebenslaufs (br.: „Curriculum Vitae“ oder „CV“, am.: „Resume“ oder „Résumé“) bemerkbar. Darüber hinaus finden sich zahlreiche formale Unterschiede.

Unterschiede im Anschreiben:

Die Angaben zum Absender werden im britischen Anschreiben linksbündig gesetzt, im amerikanischen üblicherweise rechtsbündig (hier ist auch zentriert und linksbündig möglich, aber unüblich). Der Name des Bewerbers wird in beiden Fällen ausgelassen.

Das Datum des Schreibens wird eine Zeile unter den Angaben zum Absender links- oder rechtsbündig positioniert, ohne Ortsangabe. Die amerikanische Form lautet „Monat Tag, Jahr“ („November 15, 2015“) oder kurz „Monat/Tag/Jahr“ („12/05/08“). Die britische Form lautet „Tag Monat Jahr“ („15 November 2015“) oder kurz, wie im Deutschen, „Tag.Monat.Jahr“ („15.11.2015“). Zu empfehlen ist, den Monat auszuschreiben, da sonst eventuell die Monatsangabe mit der Tagesangabe verwechselt wird.

Die Daten des Empfängers werden wiederum eine Zeile unter dem Datum angegeben, linksbündig positioniert. Im Amerikanischen erfolgt die Ansprache mit „Mr.“ oder „Ms.“, im Britischen wird der Punkt weggelassen. Akademische Titel werden dem Namen nachgestellt („Howard May, Ph.D.“ bzw. im Britischen wieder ohne Punkt).

Der Betreff kann in amerikanischen Anschreiben ausgelassen werden oder zwischen Empfänger und Anrede ohne Hervorhebung eingefügt werden. Im Britischen steht der Betreff etwas ungewohnt, gerne auch fett markiert, zwischen Anrede und dem Text des Anschreibens.

Die Anrede ist in englischen Bewerbungen unbedingt persönlich zu gestalten. Ein „Dear Sir or Madam“ ist nicht gern gesehen. Der britische Text setzt an mit einem „Dear Mr Mueller,“, der amerikanische mit einem „Dear Mr. Mueller:“, wobei das Komma beziehungsweise der Doppelpunkt zu beachten sind. In beiden Fällen beginnt das erste Wort des Anschreibens dann mit einem Großbuchstaben.

Die Verabschiedung ist schließlich gleich: „Yours faithfully,“ wird bei unbekannten Empfängern verwendet, „Yours sincerely,“ bei bekannten Adressaten.

Auch im Lebenslauf gibt es wichtige Unterschiede:

Im Amerikanischen kann die Überschrift weggelassen werden. Die persönlichen Daten beschränken sich hier auf Name, Adresse, Telefon und E-Mail. In britischen Bewerbungen kommen eventuell noch Nationalität und Geburtsdatum hinzu. Ein Bewerber sollte sich unbedingt daran halten und nicht aus generösen Gründen noch weitere Daten angeben, da insbesondere in den USA die Anonymität im Bewerbungsprozess großgeschrieben wird.
Darüber hinaus entspricht das britische „Curriculum Vitae“ mehr dem vollständigen, sachlichen und lückenlosen deutschen Pendant. Das amerikanische „Resume“ hebt Eckdaten, die sich gezielt für die ausgeschriebene Stelle eignen, stärker hervor und fällt damit knapper aus.

Wie unterscheidet sich die englische Bewerbung in Großbritannien und den USA im Vergleich zur Bewerbung in Deutschland?

Das Ziel einer Bewerbung ist allgemeingültig: Ob in Deutschland, den USA oder in Großbritannien – der Bewerber möchte zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Inhaltlich wird in englischen Bewerbungen jedoch ein anderer Fokus gesetzt: Es geht weniger um die Person und ihre Persönlichkeit, als vielmehr um deren Leistungen, Erfolge und Fähigkeiten. Während eine deutsche Bewerbung auf puristische Sachlichkeit und Vollständigkeit setzt, wird von Briten und Amerikanern ein kraftvoller und absolut selbstsicherer Auftritt erwartet. Gefragt sind „action words“, also aktive Formulierungen.

Wie bereits angeführt, sollte bei einer englischen Bewerbung nur ein Anschreiben und ein Lebenslauf eingereicht werden. Im Idealfall bestehen die Unterlagen aus genau zwei Seiten mit einer kurzen, prägnanten und aussagekräftigen Übersicht zu allen wichtigen Daten. Die formellen Unterschiede wurden oben bereits ausführlich besprochen: Im Anschreiben sind vor allem die Positionen der Angaben und die Eigenheiten in den sprachlichen Ausdrücken zu beachten. Im Lebenslauf sind die Vorgaben zur Anonymität zwingend einzuhalten, was auch bedeutet, dass kein Foto mit eingereicht werden darf. Weiterhin sind die Abschnitte „Personal Profile“, „Achievements“ und „References“ für deutsche Bewerber eher ungewohnt, im Englischen jedoch gern gesehen.

Welche Besonderheiten sollte ich bei einer Bewerbung in Großbritannien und den USA beachten?

Englische Bewerbungen bieten in Form und Layout mehr Freiheiten. Wichtig ist, dass die entsprechenden Bausteine vorhanden sind. Im Amerikanischen kann überdies eventuell das abweichende Papierformat berücksichtigt werden: Das übliche, amerikanische Letter (215,9 mm x 279,4 mm) unterscheidet sich vom deutschen DIN-A4-Format (210,0 mm x 297,0 mm). Weiterhin sind auch andere Formen des Lebenslaufs möglich (der funktionale oder kombinierte Lebenslauf). Diese werden jedoch nur selten und überwiegend von erfahrenen Berufstätigen mit langer Erwerbsbiografie genutzt. Außerdem ist hier viel Fließtext gefragt, sodass versierte Englischkenntnisse erforderlich sind. Im Übrigen ist natürlich zu beachten, dass ein Bewerber seine sprachlichen Fähigkeiten bereits mit dem Text der Bewerbung zum Ausdruck bringt. Die Unterlagen sollten daher in Interpunktion, Rechtschreibung und Ausdruck mehrfach und am besten durch Dritte geprüft werden. Darüber hinaus ist es auch üblich, die Bewerbung per E-Mail zu verschicken. Postalisch erfolgt die Einreichung nur dann, wenn gewünscht.