Die 10 besten Ausbildungsberufe

Um sich für einen Beruf zu qualifizieren, müssen Sie nicht unbedingt studieren. Auch ein Ausbildungsberuf kann eine gute Grundlage für eine spätere Karriere sein und Ihnen ein attraktives Gehalt bescheren. Mit diesen zehn Top-Ausbildungsberufen haben Sie beste Zukunftsaussichten.

Fluglotse ist einer der besten Ausbildungsberufe

Beste Ausbildungsberufe: Welche Kriterien Sie bei der Berufswahl berücksichtigen sollten

Es gibt mehrere Hundert Ausbildungsberufe in Deutschland – kein Wunder, dass vielen angehenden Azubis die Auswahl schwerfällt. Hinzu kommt, dass viele Schulabgänger nur einen Bruchteil der Ausbildungsberufe überhaupt kennen und sich darunter etwas vorstellen können. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Ausbildung kommt es natürlich einerseits darauf an, worauf Sie am meisten Lust haben und wo Ihre Talente liegen. Darüber hinaus lohnt es sich, weitere Faktoren zu beachten, die darüber entscheiden können, wie zufrieden Sie mit dem gewählten Ausbildungsberuf sind.

Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines Ausbildungsberufs betrifft die Zukunftsaussichten im gewählten Beruf. Werden Fachkräfte gesucht? Wie ist der Trend – ist zu erwarten, dass die Nachfrage steigen oder eher sinken wird? Hat der Beruf an sich Zukunft? Wenn der Ausbildungsberuf Sie zu einer gefragten Fachkraft macht, stehen die Chancen gut, dass Sie nach der Ausbildung nicht nur leicht einen Job finden, sondern auch die Wahl zwischen mehreren Arbeitgebern haben. Das kann die Zufriedenheit im Beruf erhöhen und Ihnen vielversprechende Karrierechancen eröffnen.

Starke Unterschiede bei der Ausbildungsvergütung

Ebenfalls berücksichtigen sollten Sie, wie die Ausbildung vergütet ist und mit welchem Gehalt Sie im Anschluss rechnen können. Die Höhe der Ausbildungsvergütung unterscheidet sich je nach Ausbildungsberuf teilweise stark voneinander. Gerade, wer eine eigene Wohnung finanzieren muss und weitere laufende Kosten hat, der kommt mit einer schlecht bezahlten Ausbildung meist kaum über die Runden. Ausbildungen, die vergleichsweise gut entlohnt werden, qualifizieren in der Regel für gut bezahlte Ausbildungsberufe. Deshalb können Sie meist schon am Ausbildungsgehalt ablesen, welcher Verdienst möglich ist.

Die folgenden zehn Top-Ausbildungsberufe bringen beides mit: Sie sind schon während der Ausbildung vergleichsweise gut bezahlt, bringen Ihnen im Anschluss ein gutes Gehalt ein und gehen mit sehr guten Zukunftsaussichten einher. Eine der folgenden Ausbildungen kann sich deshalb besonders lohnen.

1. Kaufmann/-frau für Büromanagement

Zu den Top-Ausbildungsberufen und zugleich den beliebtesten Ausbildungsberufen zählt auch der Kaufmann beziehungsweise die Kauffrau für Büromanagement. Bürokaufleute sind in nahezu jedem Wirtschaftszweig gefragt. Sie arbeiten etwa in der Industrie, bei Versicherungen oder bei einer Tageszeitung. Bürokaufleute organisieren den Berufsalltag in ihrer Firma, indem sie sich um diverse administrative Aufgaben kümmern. Sie setzen etwa Geschäftsbriefe auf, beantworten Kundenanfragen oder überwachen den Zahlungseingang von Kunden. Sie planen Termine und manchmal auch größere Event, etwa Firmenfeiern. Dadurch, dass Bürokaufleute in fast jeder Firma gefragt sind, ist dieser Beruf zukunftssicher.

Wie hoch das Ausbildungsgehalt ist, hängt stark von der Branche ab, in der Sie Ihre Ausbildung machen. In Unternehmen, die tarifgebunden sind, ist die Vergütung meist höher. Im ersten Lehrjahr können Sie durchschnittlich mit etwa 760 Euro pro Monat rechnen, im zweiten Lehrjahr sind es rund 810 Euro und im dritten Lehrjahr 860 Euro brutto. Das Einstiegsgehalt liegt meist zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto pro Monat. Je berufserfahrener Sie sind, desto höher ist in diesem Ausbildungsberuf das mögliche Gehalt, das dann auch 3.500 Euro und mehr pro Monat betragen kann.

2. Technischer Systemplaner

Was einmal der technische Zeichner war, ist heute der technische Systemplaner. Technische Systemplaner fertigen technische Zeichnungen und Pläne an – zunächst am Zeichenbrett, später mithilfe von spezieller Software. Sie entwerfen zum Beispiel Bauteile für Produktionsanlagen oder Maschinen. Während der Ausbildung spezialisieren Sie sich auf einen bestimmten Bereich.

Als angehender technischer Systemplaner verdienen Sie während der dreieinhalbjährigen Ausbildung ein Gehalt von durchschnittlich 900 bis 1.100 Euro brutto pro Monat. Nach der Ausbildung erwartet Sie ein Einstiegsgehalt, das zwischen 1.600 und 2.900 Euro brutto liegt. Im Laufe Ihrer Karriere können Sie bis zu 4.000 Euro brutto und mehr verdienen.

3. Polizist

Um Recht und Ordnung durchzusetzen, sind Polizisten immer gefragt. Neben einem zukunftsträchtigen Beruf winkt Polizeianwärtern ein verhältnismäßig hohes Ausbildungsgehalt. Während der Ausbildung können Sie mit etwa 1.150 bis 1.350 Euro brutto pro Monat rechnen. Wie viel gezahlt wird, hängt vom Bundesland und der konkreten Ausbildung ab. Wer zum Beamten im gehobenen Dienst ausgebildet wird, kann mehr erwarten als jemand, der in den mittleren Dienst einsteigen möchte.

Die Ausbildung zum Polizisten können Sie bei der Landespolizei, der Bundespolizei oder dem BKA machen. Welches Einstiegsgehalt möglich ist, hängt von der Art der Laufbahn ab. Im mittleren Dienst können Sie mit etwa 1.900 Euro brutto pro Monat rechnen, während es im gehobenen Dienst auch 3.000 Euro sein können. Für Nacht- und Sonntagsdienst werden Zuschläge gezahlt. Das Gehalt im Polizeidienst kann abhängig von der Berufserfahrung, der Laufbahn und Ihren Qualifikationen auch 4.000 bis 5.000 Euro brutto monatlich oder mehr betragen.

4. Fluglotse

Zu den bestbezahlten Ausbildungen und Berufen gehört der Ausbildungsberuf Fluglotse. Fluglotsen sind für die Sicherheit im Luftraum unerlässlich. Sie überwachen den Flugverkehr und stehen dafür in enger Verbindung zu den Piloten der verschiedenen Maschinen. Im Kontrollzentrum sind sie für die An- und Abflugkontrolle und die Streckenkontrolle verantwortlich und werden dabei vermutlich auch so schnell nicht durch Computer oder Maschinen ersetzt werden. Fluglotsen tragen eine große Verantwortung, was sich in dem Ausbildungsberuf im Gehalt während der Ausbildung und später im Beruf widerspiegelt.

Im ersten Jahr der Ausbildung werden angehenden Fluglotsen bis zu 900 Euro brutto pro Monat gezahlt. Im zweiten Lehrjahr steigt das Gehalt stark an, weil Sie nicht mehr nur mit Simulationen befasst sind, sondern im Kontrollzentrum oder einem Tower eingesetzt werden. Hier können Sie zwischen 3.000 und 4.000 Euro verdienen. Im letzten Ausbildungsjahr kann sich der Verdienst auf bis zu 5.000 Euro brutto monatlich erhöhen. Bei so hohen Ausbildungsvergütungen überrascht es nicht, dass Sie als Fluglotse mit einem Einstiegsgehalt von 6.000 bis 8.000 Euro rechnen können. Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen werden Zulagen gezahlt. Im späteren Verlauf Ihrer Karriere können Sie bis zu 10.000 Euro brutto pro Monat verdienen.

5. Physiklaborant

Wer Abitur oder zumindest einen Realschulabschluss hat und Spaß an Physik, Mathe und Chemie hat, der kann über eine Ausbildung zum Physiklaboranten nachdenken. Der Physiklaborant gehört zu den besten Ausbildungsberufen. Als Physiklaborant arbeiten Sie in Laboren und sind dort mit Prüfungen, Messungen und Forschung befasst. Sie machen Versuche und finden dabei mehr über Werkstoffe und Konstruktionen heraus. Die Zahl der möglichen Arbeitgeber ist vielfältig; Sie können etwa in der Industrie oder in der Forschung tätig sein. Die Nachfrage nach qualifizierten Physiklaboranten wird wohl auch künftig groß bleiben.

Während der dreieinhalbjährigen Ausbildung können Sie mit einem verhältnismäßig hohen Ausbildungsverdienst rechnen. Im ersten Ausbildungsjahr liegt er bei etwa 1.040 Euro, im zweiten Jahr bei 1.120 Euro und im dritten Jahr bei 1.180 Euro brutto pro Monat. Im vierten und letzten Lehrjahr winken rund 1.270 Euro Ausbildungsgehalt. Berufseinsteiger erhalten im Schnitt zwischen 2.500 und 3.000 Euro. Mit längerer Berufserfahrung kann das Gehalt als Physiklaborant auch 4.000 Euro brutto pro Monat und mehr betragen.

6. Verwaltungsfachangestellter

Ein beliebter Ausbildungsberuf mit guten Perspektiven ist der des Verwaltungsfachangestellten. Ein Verwaltungsfachangestellter ist in Behörden oder Institutionen tätig. Dort kümmert er sich um diverse administrative Aufgaben, etwa die Aktenpflege oder die Dokumentation. Verwaltungsfachangestellte beantworten Fragen von Bürgern, Firmen oder Organisationen. Auch buchhalterische Aufgaben sind in diesem Ausbildungsberuf typisch.

Während der dreijährigen Berufsausbildung liegt die Vergütung im Schnitt zwischen 820 Euro und 920 Euro brutto pro Monat. Im Anschluss können Sie mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.000 Euro brutto monatlich rechnen. Bezahlt wird nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Mit steigender Erfahrung erhöht sich das Gehalt, und zwar auf bis zu 3.500 Euro pro Monat und mehr.

7. Industriekaufmann/-frau

Zukunftssorgen plagen Industriekaufleute eher weniger. Das liegt auch daran, dass die Zahl der möglichen Arbeitgeber nicht nur groß, sondern auch äußerst vielseitig ist. Entsprechend vielfältig sind auch die Aufstiegsmöglichkeiten in diesem beliebten Ausbildungsberuf. Die Ausbildung zum Industriekaufmann oder der Industriekauffrau ist breit aufgestellt. Dadurch sind ausgebildete Industriekaufleute Generalisten, die für viele Jobs qualifiziert sind. Als Allrounder im kaufmännischen Bereich kümmern sie sich etwa um Vertrieb, Materialwirtschaft, den Einkauf oder das Rechnungswesen. In nahezu jedem Unternehmen in der Industrie werden sie gebraucht. Mit Weiterbildungen kann man sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren und so noch attraktiver für Arbeitgeber werden.

Der Verdienst als Azubi ist vergleichsweise gut. Im ersten Jahr können Sie rund 900 Euro brutto pro Monat verdienen. Bis zum dritten Jahr steigt der mögliche Verdienst in diesem Beruf auf rund 1.020 Euro an. Das Einstiegsgehalt liegt im Schnitt bei knapp 2.500 Euro brutto monatlich, später können Sie durchschnittlich mit 3.050 Euro rechnen.

8. Fachinformatiker

Ein Beruf mit Zukunft ist auch der Fachinformatiker, der wegen seiner Perspektiven und den Verdienstchancen zu den besten Ausbildungsberufen zählt. Als Fachinformatiker sind Sie für alles zuständig, was mit Betriebssystemen, Netzwerken und IT zu tun hat. Zu ihren Aufgaben gehören etwa die Beratung von Kunden, die Installation von IT-Systemen und Schulungen. Prinzipiell können sie überall arbeiten, wo Informationstechnik verwendet wird, was vielfältige Job-Chancen eröffnet.

Angehende Fachinformatiker verdienen je nach Region im Verlauf ihrer Ausbildung zwischen 950 und 1.100 Euro brutto pro Monat. Der Bereich, in dem Sie anschließend tätig sind, bestimmt über das mögliche Einstiegsgehalt. Es liegt meist zwischen 2.200 und 2.400 Euro brutto pro Monat. Wer sich weiterbildet, kann sein Gehalt je nach Qualifikation und Berufserfahrung auf bis zu 6.000 Euro brutto steigern.

9. Medizinischer Fachangestellter

Ärzte brauchen medizinische Fachangestellte, kurz MFA, die sie in der alltäglichen Arbeit unterstützen. Wer als MFA arbeitet, braucht Organisationstalent, muss kommunikativ sein und sich mit medizinischen Sachverhalten auskennen. Im Berufsalltag kümmern sich medizinische Fachangestellte darum, dass der Praxisbetrieb reibungslos läuft. Sie stellen etwa Rezepte aus, machen Termine aus und wechseln Verbände. Praktisch für Azubis: Vielerorts sind Stellen unbesetzt, entsprechend groß ist die Nachfrage nach qualifiziertem Personal.

Der Verdienst während der Ausbildung bewegt sich durchschnittlich zwischen 800 und 950 Euro brutto monatlich. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2.000 Euro brutto. Je erfahrener Sie sind und je besser qualifiziert, desto stärker steigt Ihr Gehalt als MFA im Laufe der Zeit an.

10. Mechatroniker

Zu den besten Ausbildungsberufen gehört ohne Frage der Mechatroniker. Mechatroniker arbeiten in Industrie und Handel und kümmern sich um die reibungslose Funktion von Geräten und Maschinen. Sie montieren Maschinen nicht nur, sondern warten sie auch, reparieren, installieren Steuerungen und prüfen elektrische Schaltsysteme.

Mechatroniker haben ausgezeichnete Zukunftsaussichten. Das liegt auch daran, dass sie nicht nur bei Automobilherstellern, sondern auch in diversen anderen Bereichen arbeiten können – etwa im Luft- und Raumfahrzeugbau, in der Informations- und Kommunikationstechnik oder der Medizintechnik. In immer mehr Bereichen steigt die Bedeutung von Elektronik, was dazu führt, dass Mechatroniker auch in Zukunft gefragte Fachkräfte sein werden. Zudem gibt es an vielen Stellen nicht genügend Bewerber für die freien Jobs, weshalb gut ausgebildete Mechatroniker oft die Qual der Wahl haben.

Für den Mechatroniker-Beruf spricht auch die vergleichsweise hohe Vergütung. Das monatliche Bruttogehalt während der Ausbildung liegt je nach Region und Lehrjahr zwischen 900 und rund 1.200 Euro. Im Anschluss können Sie mit einem Einstiegsgehalt von bis zu 2.500 Euro brutto pro Monat rechnen. Mit steigender Berufserfahrung oder einer Spezialisierung können Sie als Mechatroniker auch 3.000 Euro und mehr verdienen. Noch besser sind die Gehalts-Aussichten, wenn Sie ein Mechatronik-Studium vorweisen können.

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