Vereinbarkeit von Familie und Beruf: So klappt es

Für berufstätige Eltern kann es schnell stressig werden: Um 16 Uhr pünktlich in der Kita sein, aber vorher noch die neuesten Zahlen in die Präsentation packen, die am nächsten Morgen pünktlich um 8 stattfinden soll. Da fragt man sich, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (besser) klappen kann, um vielleicht auch ein bisschen Zeit für sich zu gewinnen. Wir geben Tipps, wie Sie die Doppelbelastung besser handhaben und Ihren Herausforderungen gelassen entgegenblicken können.

Ein Vater mit Kind auf einem Weg

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: die Voraussetzungen

Für immer mehr Familien stellt sich die Frage, wie sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten leisten können. Denn auf der einen Seite möchten Eltern – also Mütter wie Väter – nicht automatisch ihre Karriere an den Nagel hängen, sobald der Nachwuchs da ist.

Auf der anderen Seite will man aber auch Zeit für die Familie haben und eben nicht den gesamten Tag auf der Arbeit verbringen. Doch bei einer Arbeitsstelle in Vollzeit gibt es da wenig Optionen.

So stellt sich für Eltern schnell die Frage, ob ein Elternteil nach der Geburt des Kindes zu Hause bleibt, um das Kind zu betreuen und auch später, wenn der Nachwuchs in den Kindergarten oder in die Grundschule geht, beruflich zurückschraubt, um für den Nachwuchs da zu sein.

Eine andere Möglichkeit ist aber, nach Mittel und Wegen zu suchen, wie sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen. Dieses Bedürfnis der Arbeitnehmer hat nicht nur die Bundesregierung mittlerweile erkannt; auch einige Arbeitgeber versuchen, ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: familienfreundliche Unternehmen

Der Fachkräftemangel ist in Deutschland ein Problem. Daher versuchen Arbeitgeber heute einiges, um für qualifizierte Arbeitnehmer attraktiv zu sein. So gerät auch immer mehr die Gruppe der Eltern in den Blick, die von einigen Personaler zuweilen kritisch beäugt wurde.

Ein Mittel, um ein attraktiver Arbeitgeber für Eltern zu werden, ist eben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und tatsächlich können Arbeitgeber einiges tun, um genau die zu fördern. So bieten viele Arbeitgeber mittlerweile Betriebskindergärten an oder probieren flexible Arbeitszeitmodelle (Jobsharing, Topsharing) aus.

Auch die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten, ist gerade für Eltern von kleinen Kindern ein echtes Plus. Denn so müssen sie sich nicht bei jedem kleinen Schnupfen des Kindes krankmelden, sondern arbeiten aus dem Home Office, während sie hin und wieder einen Blick auf das schlafende Kind werfen können.

Familienfreundlichkeit hat Vorteile für Arbeitgeber

Eltern, die in einem familienfreundlichen Unternehmen arbeiten, kommen besser mit der Doppelbelastung Kind und Karriere zurecht und müssen sich häufig gar nicht zwischen ihrem Beruf und ihrer Familie entscheiden.

Aber auch Arbeitgeber profitieren davon, wenn sie sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihrer Mitarbeiter einsetzen – und zwar so:

  1. Weniger Fluktuation: Zufriedene Mitarbeiter haben eine engere Bindung zu ihrem Arbeitgeber und wechseln nicht so leicht. Schließlich weiß man als Arbeitnehmer auch selten, welche Herausforderungen am nächsten Arbeitsplatz warten. Da ist es oft sicherer, beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben, von dem man weiß, dass hier die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist.
  2. Mehr Motivation: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat noch einen weiteren Vorteil: Arbeitnehmer, die in dieser Hinsicht Unterstützung von ihrem Arbeitgeber bekommen, sind motivierter und loyaler – und das freut auch die Arbeitgeber. Denn was wünscht man sich als Unternehmer mehr als Mitarbeiter, die mit vollem Eifer und Tatendrang für den Betrieb einstehen?
  3. Weniger Fehlzeiten: Mitarbeiter, die dank des Arbeitgebers die Doppelbelastung Kind und Karriere besser meistern können, sind seltener krank. Denn so bleibt in der Freizeit Raum, sich zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen. Wichtige Dinge, wenn man weiterhin konzentriert arbeiten und vor allem einen Burnout verhindern möchte – was wiederum ein Vorteil für die Arbeitnehmer ist.

Beruf und Pflege: Auch hier ist Vereinbarkeit gefragt

Im Hinblick auf eine Balance zwischen beruflichen und privaten Aufgaben darf auch die Pflege nicht zu kurz kommen. Denn Tatsache ist, dass die Bevölkerung in Deutschland immer älter und damit immer öfter auch pflegebedürftig wird.

Daher benötigen nicht nur Eltern jüngerer Kinder Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Auch andere Arbeitnehmer können davon profitieren, wenn der Arbeitgeber flexible Arbeitszeitmodelle ermöglicht.

Tipps: So gelingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eltern und pflegende Angehörige, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen, stehen häufig vor vielen Herausforderungen. Da kommen Tipps gelegen, wie sich beide Lebensbereiche besser miteinander verbinden lassen – vielleicht springt dadurch auch ein bisschen mehr Freizeit für die Eltern heraus.

Probieren Sie doch einmal folgende Dinge für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus:

  1. Stressursachen identifizieren: Stress lässt sich nur reduzieren, wenn Sie wissen, was Sie am meisten stresst. Übrigens muss das nicht bei allen Familienmitgliedern die gleiche Sache sein – und genau hier liegt Ihre Chance. Wenn es Ihnen Unbehagen bereitet, am Wochenende den Großeinkauf zu erledigen, sprechen Sie das offen in Ihrer Familie an. Vielleicht haben Sie ja Glück und Ihrem Partner macht der Einkauf überhaupt nichts aus, ja sogar Spaß. Schlagen Sie dann einfach vor, dass er diese Aufgabe in Zukunft übernimmt und Sie im Gegenzug eine Aufgabe von ihm erledigen.
  2. Einfache Lösungen finden: Es muss nicht alles perfekt sein. Sie haben keine große Lust, nach 8 oder mehr Stunden im Büro noch einen Kuchen für das Klassenfest zu backen? Dann lassen Sie es einfach! Beim Bäcker oder im Supermarkt gibt es schließlich auch Kuchen zu kaufen, der schmeckt. Den Kindern ist es letztlich egal, von wem der Kuchen kommt – Hauptsache, er ist da.
  3. Aufgaben verteilen: Wer arbeitet und sich gleichzeitig um seine Familie kümmern will, muss gut organisiert sein. Glücklicherweise gibt es praktische Alltagshelfer, um wichtige Termine im Blick zu halten. Spezielle Kalender- oder To-Do-Apps, auf die verschiedene Nutzer zugreifen können, sind eine echte Erleichterung. So können Sie auch von unterwegs neue Aufgaben zuteilen oder Termine eintragen, ohne daran denken zu müssen, das zu Hause zu erledigen.
  4. Kinder einbeziehen: Ab einem gewissen Alter können auch Kinder ein paar Aufgaben übernehmen. Ab der Grundschule können sie zum Beispiel selbst dafür sorgen, dass der Ranzen morgens gepackt ist. Das entlastet nicht nur die Eltern, sondern vermittelt den Kindern eine wichtige Erfahrung: Dass sie schon alt genug sind, um Verantwortung zu übernehmen – und das ist äußerst wichtig für die weitere Entwicklung.
  5. Nicht einschüchtern lassen: Seien wir doch mal ehrlich. Häufig lassen wir uns von anderen Eltern unter Druck setzen, die scheinbar alles mühelos wuppen. Mit den Kindern zum Fußball, eigene Freunde treffen und sogar noch Zeit, um hin und wieder ein gutes Buch zu lesen. Ja, solche Menschen gibt es wirklich, doch die Regel sind sie nicht. Es ist eher so, dass auch andere Eltern mit den Herausforderungen kämpfen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit sich bringt. Seien Sie daher nicht zu hart zu sich selbst und lassen Sie sich von anderen nicht über Gebühr beeindrucken.
  6. Entspannen Sie sich: Wer täglich Job und Kinder unter einen Hut bringt, der hat sich auch mal Ruhe verdient. Gönnen Sie sich diese Auszeit auch ganz bewusst – und vor allem ganz ohne schlechtes Gewissen. Denn nur ausgeruht und entspannt können Sie wieder zu neuer Höchstform auflaufen und gelassen die großen und kleinen Probleme des Alltags angehen.

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