Bewerbungsfallen: Diese 15 Fehler sollten Sie vermeiden

Eine gute Bewerbung ebnet Ihnen den Weg zum ersehnten Job. Viele Bewerber verwenden deshalb viel Zeit und Mühe auf das Verfassen einer Bewerbung. Anschreiben, Lebenslauf, Nachweise – alles soll inhaltlich und optisch perfekt sein. Umso ärgerlicher ist es, wenn Ihnen im Bewerbungsprozess ein Patzer unterläuft – in Ihrer Bewerbung, im Vorstellungsgespräch oder danach. Diese 15 Bewerbungsfallen sollten Sie vermeiden, wenn Sie Ihre Chancen auf eine Zusage für die freie Stelle nicht selbst verringern wollen.

Bewerbungsfallen vermeiden

Ein Fehler, und die Mühe kann umsonst gewesen sein

Für Bewerber ist es oft nervenaufreibend, sich für einen Job zu bewerben – und das meist umso mehr, je mehr ihnen an der Stelle gelegen ist. Denn im Bewerbungsprozess ist Geduld gefragt. Bis Sie sicher wissen, ob es mit dem Job etwas wird oder nicht, gehen meist mehrere Wochen oder sogar Monate ins Land. Bis dahin müssen Sie immer wieder warten: auf die erste Rückmeldung vom Unternehmen, nachdem Sie Ihre Bewerbung abgeschickt haben. Auf den Tag, an dem das Bewerbungsgespräch stattfindet. Auf die endgültige Rückmeldung nach dem Kennenlernen des möglichen Arbeitgebers.

Diese Zeit des Wartens verbringen Bewerber oft mit Bangen und Hoffen. Es gilt, bloß keinen Fehler zu machen, der sie den Job kosten könnte. Dann wäre all die Mühe, die mit einer Bewerbung verbunden war, umsonst gewesen. Die folgenden 15 Patzer sind solche Fehler, die Ihre Aussichten auf eine Stelle zunichte machen können.

Eines vorweg: Nicht jeder Patzer sorgt automatisch für Ihr Aus im Bewerbungsprozess. Ein Fehler, der aus Sicht der Entscheidungsträger schwerwiegend genug ist, kann das jedoch sehr wohl bedeuten. Auch mehrere kleine Fehler können zum Hindernis werden – vor allem dann, wenn es gleichzeitig viele fähige Bewerber gibt, und die kleinen Dinge den Unterschied machen. Gerade, wenn Sie häufig Absagen erhalten, obwohl Sie sich eigentlich ausreichend qualifiziert für die Stellen fühlen, liegt womöglich ein grundlegender Fehler in Ihrer Vorgehensweise vor.

1. Sie orientieren sich bei Ihren Formulierungen zu sehr an Vorlagen

Vorlagen und Muster im Internet sind eine tolle Sache: Sie geben Ihnen eine bessere Vorstellung davon, wie ein Lebenslauf aussehen sollte oder wie ein Anschreiben aufgebaut werden kann. Sie sind allerdings nicht dazu gedacht, in mehr oder weniger starkem Ausmaß für eigene Bewerbungen übernommen zu werden. Wer so vorgeht, riskiert gleich zwei Dinge: Erstens klingt die Bewerbung vermutlich nicht authentisch, und zweitens fällt womöglich auf, dass Sie anderswo abgeschrieben haben.

Nur eine Bewerbung, die Ihre Persönlichkeit widerspiegelt, hat prinzipiell gute Chancen, Ihnen zur ersehnten Stelle zu verhelfen. Womit wir beim nächsten Patzer wären:

2. Ihre Bewerbung ist nicht maßgeschneidert

Das Ziel einer Bewerbung ist es, zu zeigen, warum Sie mit Ihren Erfahrungen und Fähigkeiten optimal zu einem bestimmten Arbeitgeber und natürlich der konkreten Stelle passen. Das erreichen Sie nur, wenn Sie jede Bewerbung individuell auf den jeweiligen Arbeitgeber zuschneiden. Machen Sie es unbedingt persönlich: Im Anschreiben stellen Sie jene Fähigkeiten in den Mittelpunkt, die sich am besten mit den Anforderungen des Arbeitgebers decken. Im Lebenslauf fokussieren Sie sich auf die Erfahrungen und Tätigkeitsbeschreibungen, die für den jeweiligen Arbeitgeber mutmaßlich besonders relevant sind.

Wenn Sie Massen-Anschreiben verschicken oder Ihren Lebenslauf nicht für jede Bewerbung optimieren, vergeben Sie nicht nur Potenzial. Sie können damit auch negativ auffallen, etwa dann, wenn der Unternehmensbezug vollkommen fehlt. Begründen Sie, warum Sie genau diesen Job bei genau diesem Arbeitgeber wollen.

Auch eine fehlende persönliche Anrede im Anschreiben sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Es gibt inzwischen jedoch auch Arbeitgeber, wie etwa IKEA, die es völlig in Ordnung finden, mit „sehr geehrte Damen und Herren“ angeredet zu werden. Sofern ein Name in der Stellenausschreibung angegeben ist, sollten Sie diesen auch verwenden – und unbedingt richtig schreiben.

3. Die Bewerbung enthält überflüssige Angaben

Eine Bewerbung sollte nur Bestandteile und Informationen enthalten, die für den jeweiligen Arbeitgeber wirklich von Interesse sind. Das bedeutet, dass Ihr Lebenslauf nur Stationen und Kenntnisse auflisten sollte, die relevant für den angestrebten Job sind.

Wenn Sie sich nach jahrelanger Berufserfahrung im selben Bereich auf eine Stelle in einem Stadtplanungs-Büro bewerben, ist nicht von Interesse, dass Sie als Schülerin mal im Restaurant gearbeitet haben. Auch der Bildungsweg ist in vielen Lebensläufen unnötig lang. Als berufserfahrener Bewerber listen Sie nur Ihren höchsten Bildungsabschluss auf, als Berufsanfänger nennen Sie zusätzlich den höchsten Schulabschluss. Alles Weitere fällt weg.

Schicken Sie auch nur die Nachweise mit, die im Einzelfall wirklich wichtig sind. Kein Personaler freut sich, wenn er 25 Seiten Bewerbung durchsehen darf und sich dann herausstellt, dass die Hälfte der Unterlagen für ihn nicht von Interesse ist.

4. Der mögliche Arbeitgeber findet nicht alle gewünschten Informationen

Nicht nur eine zu lange Bewerbung ist wenig förderlich für Ihre Chancen. Auch, wenn der mögliche Arbeitgeber wichtige Dokumente vermisst, kann das zum Problem werden. Fehlen etwa Lebenslauf oder Anschreiben, wird Ihre Bewerbung wahrscheinlich direkt aussortiert. Fehlende aktuelle Arbeitszeugnisse lassen schnell Zweifel bei den Personalverantwortlichen aufkommen; die Vermutung, dass man mit Ihnen nicht zufrieden war, liegt für viele nahe.

Auch fehlende Informationen sind hinderlich für Ihre Aussichten auf die Stelle. Hat der Arbeitgeber etwa um Gehaltsvorstellungen gebeten und Sie kommen dieser Bitte nicht nach, macht das einen schlechten Eindruck. Das bedeutet schließlich entweder, dass Sie die Aufforderung nicht gelesen haben und somit nachlässig waren, oder dass Sie diese ignoriert haben. Beides ist kontraproduktiv.

5. Die Bewerbung ist fehlerhaft

Fehler jeder Art sind ein No-Go in Bewerbungen. Rechtschreibfehler, aber auch Grammatik- oder Orthografiefehler lassen schnell den Eindruck aufkommen, dass Sie nachlässig sind. Das wirkt nicht nur, als sei Ihnen die Position nicht so wichtig, sondern kann auch den Verdacht aufkommen lassen, dass Sie im Job ebenso sorglos handeln.

Handelt es sich nur um einen einzigen Fehler, drücken viele Personalverantwortliche noch ein Auge zu. Mehrere Fehler können hingegen der Grund sein, warum Sie keine Einladung zum Kennenlernen erhalten. Auch Namen und Daten sollten stets korrekt sein. Besonders schnell ins Auge springt dem Ansprechpartner, wenn sein eigener Name im Anschreiben falsch geschrieben ist.

6. Sie geben unrealistische Gehaltsvorstellungen an

Wenn der Arbeitgeber Gehaltsvorstellungen erbittet, sollten Sie diese in der Bewerbung auch angeben. Allerdings birgt das gewisse Fallstricke, denn sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Angabe kann negativ aufgefasst werden.

Mit einer zu hohen Gehaltsvorstellung werden Sie womöglich als überheblicher Bewerber aussortiert, mit dem man sich darüber hinaus ohnehin nicht einig werden würde. Eine zu niedrige Angabe deutet auf der anderen Seite darauf hin, dass Sie Ihren Wert nicht kennen. Wer sich unter Wert verkauft, so womöglich die Vermutung des Personalverantwortlichen, der ist auch sonst zurückhaltend und wenig selbstbewusst. Das kann im Job-Alltag ein Problem sein.

7. Ein Telefon-Interview führen Sie zwischen Tür und Angel

Sie haben eine Rückmeldung vom Unternehmen erhalten – und man hat mit Ihnen ein Telefon-Interview vereinbart. Ein solches telefonisches Vorstellungsgespräch sollten Sie gut vorbereitet und an einem ruhigen Ort führen. Falls man Sie überfällt und direkt ausführlicher mit Ihnen sprechen möchte, können Sie das ruhig ablehnen. Sagen Sie einfach, dass es Ihnen gerade nicht passt, und vereinbaren Sie einen anderen Termin.

Nehmen Sie das Gespräch ernst. Es ist dem eigentlichen Vorstellungsgespräch zwar vorgelagert, aber nur, wenn Sie beim Telefonat überzeugen, kommen Sie in die nächste Runde. Sie sollten sich wie beim eigentlichen Vorstellungsgespräch auf Fragen und eine kurze Selbstvorstellung vorbereiten und auch selbst Fragen stellen, um Ihr Interesse zu signalisieren.

8. Sie kommen zu spät zum Bewerbungsgespräch

Für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance. Deshalb ist ein Zuspätkommen beim Vorstellungsgespräch auch so problematisch. Sie fallen dann nämlich als Erstes damit auf, dass Sie nicht pünktlich sind.

Um das zu vermeiden, sollten Sie Puffer bei der Anreise einplanen. Besser, Sie gehen vor dem Gespräch noch eine Runde um den Block, als gestresst in letzter Minute vor Ort einzutreffen. Falls Sie sich dennoch verspäten, teilen Sie das frühzeitig mit, damit sich Ihre Gesprächspartner darauf einstellen können.

9. Ihr Handschlag ist zu schwach oder fest

Erster Eindruck, Teil 2: Negativ auffallen können Sie auch mit einem Händedruck, der zu schwach oder zu energisch ist. Das sagt zwar nichts über Ihre fachliche Eignung für die Stelle, spielt aber in der persönlichen Beurteilung durchaus eine Rolle. Außerdem lässt Ihr Händedruck Rückschlüsse darauf zu, ob Sie selbstbewusst auftreten oder nicht.

10. Sie sind unpassend gekleidet

Auch mit der Wahl Ihrer Kleidung können Sie im Vorstellungsgespräch danebenliegen. Wer etwa zu viel Haut zeigt, fällt damit meist negativ auf. Auch ein zu legeres Outfit kann Ihnen zum Verhängnis werden – zumindest dann, wenn in der Branche ein konservativerer Dresscode herrscht. In kreativen Bereichen sind (saubere) Turnschuhe meist kein Problem, wenn Sie jedoch in einer Bank arbeiten möchten, kann das aus Sicht Ihrer Gesprächspartner ein Fauxpas sein.

Zu viel Make-Up ist ebenso wenig förderlich für Ihre Chancen wie auffälliger Schmuck oder grelle Farben und Muster bei Ihrer Kleidung. Achten Sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, das zu Ihnen, dem Job und der Branche passt.

11. Sie haben typische Fragen aus dem Vorstellungsgespräch nicht vorbereitet

Mangelnde Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch kann Ihnen zum Verhängnis werden. Die vermeintlich fiesen Fragen, vor denen sich viele Bewerber fürchten, sind meist auch die, die so typisch sind, dass man sich schon im Vorfeld eine Antwort darauf zurechtlegen kann.

Bereiten Sie sich darauf vor, etwas zu Ihren (tatsächlichen!) Schwächen zu sagen oder Ihre größten Rückschläge nennen zu können. Dabei überlegen Sie auch, wie Sie diese scheinbaren Mängel weniger negativ wirken lassen können – etwa, indem Sie zeigen, dass Sie dabei sind, die genannte Schwäche zu beheben. Bei vielen gefürchteten Fragen gibt es mit guter Vorbereitung keinen Grund, ins Stottern zu kommen. Häufige Fragen schon vorher im Kopf durchzuspielen lohnt sich natürlich auch bei Fragen, bei denen es um Ihre Stärken und Ihre Eignung geht.

12. Sie lassen Ihre Gesprächspartner nicht ausreden

Höflichkeit ist ein Muss in einem Bewerbungsgespräch. Grob unhöflich wäre es, wenn Sie Ihre Gesprächspartner ständig unterbrechen würden. Eine kurze Zwischenfrage in einer Gesprächspause ist selbstverständlich erlaubt, ins Wort fallen sollten Sie Ihren Ansprechpartnern jedoch nicht. Das hinterlässt garantiert keinen guten Eindruck – und kann damit einer erfolgreichen Bewerbung im Weg stehen.

13. Sie reden schlecht über ehemalige Arbeitgeber

Ein Klassiker unter den Fragen im Bewerbungsgespräch ist jene, bei der es um die Gründe für das Ende Ihres letzten Arbeitsverhältnisses geht. Heikel wird es, wenn Sie aus Frust selbst gekündigt haben oder Sie nicht im Guten mit Ihrem früheren Arbeitgeber auseinander gegangen sind. Denn schlecht über ehemalige Arbeitgeber reden sollten Sie nicht. Das mag zwar subjektiv nachvollziehbar sein, das Lästern fällt jedoch negativ auf Sie zurück.

Der mögliche Arbeitgeber empfindet es womöglich nicht als guten Stil und befürchtet, Sie könnten in der Zukunft ähnlich über ihn sprechen. Wenn Sie die wahren Gründe für die Trennung vom letzten Arbeitgeber nicht offen nennen können, geben Sie eine etwas allgemeinere Erklärung. Kommen dann Nachfragen, die Sie wirklich nicht beantworten können, ohne etwas Negatives zu sagen, sagen Sie ruhig diplomatisch, dass Sie dazu lieber nichts sagen möchten. Ihre Gesprächspartner können sich ihren Teil dann denken.

14. Sie stellen keine eigenen Fragen

Für Arbeitgeber ist wichtig, dass ein möglicher neuer Mitarbeiter motiviert und aufrichtig interessiert auftritt. Deshalb sollten Sie am Ende des Bewerbungsgesprächs unbedingt eigene Fragen stellen. Damit zeigen Sie, dass Sie den Job wirklich haben möchten. Mit Ihren Fragen können Sie nebenbei auch demonstrieren, dass Sie gut über das Unternehmen informiert sind. Das werden Ihre Gesprächspartner sehr wahrscheinlich positiv in Erinnerung behalten.

Die Frage Ihrer Gesprächspartner, ob Sie noch Fragen haben, mit Nein zu beantworten, ist nur dann in Ordnung, wenn Sie bereits ein angeregtes Gespräch samt Fragen Ihrerseits geführt haben.

15. Sie sind zu aufdringlich

Im gesamten Bewerbungsprozess gilt: Seien Sie nicht zu aufdringlich. Erkundigen Sie sich nicht Tage nach dem Versand Ihrer Bewerbungsunterlagen, warum Sie noch keine Rückmeldung bekommen haben. Warten Sie mindestens zwei Wochen ab, bevor Sie nachfragen.

Hatten Sie schon ein Bewerbungsgespräch, hat man Ihnen dabei vermutlich den Zeitplan erläutert. Lassen Sie die genannte Frist verstreichen, bevor Sie sich erkundigen. Mit zu vielen Nachfragen signalisieren Sie zwar Interesse, können aber auch als anstrengender Bewerber wahrgenommen werden – nicht gerade eine gute Grundlage für eine Zusage.