Eine Frau bei einer Taxifahrt mit einem Menschen im Rollstuhl, ein potenzieller Job für Rentner

Jobs für Rentner: Was Sie hinzuverdienen dürfen und wo es Rentner-Jobs gibt

Als Rentner ist das Berufsleben vorbei? Nicht zwingend. Es gibt viele Gründe, warum viele Rentner die Haushaltskasse mit einem Nebenjob aufbessern. Rentner-Jobs sind begehrt, und auch viele Arbeitgeber freuen sich, wenn sie Ruheständler für sich gewinnen können. Wer nach einem Job für Rentner sucht, sollte jedoch die Verdienstgrenzen beachten. Andernfalls drohen Kürzungen der Rente. Hier erfahren Sie, welche Jobs für Rentner es gibt, wie viel Sie neben der Rente hinzuverdienen dürfen und was Sie bei Rentner-Jobs beachten sollten.

Rentner-Jobs sind begehrt

Eigentlich bedeutet der Renteneintritt den Abschied vom Berufsleben. Viele Rentner gehen allerdings auch im Ruhestand einer Arbeitstätigkeit nach, meist auf geringfügiger Basis oder im Rahmen eines Nebenjobs. Andere arbeiten noch beziehungsweise wieder in Vollzeit.

Für eine Arbeitstätigkeit als Rentner gibt es viele Gründe. Manch eine Ruheständler freut sich schlicht, ein paar Stunden die Woche einer Arbeit nachzugehen und nebenbei noch etwas Geld hinzuzuverdienen. Ein Nebenjob bringt Struktur in den Alltag und gibt Rentnern eine neue Aufgabe, die manche im Ruhestand vermisst haben. Andere Rentner sind auf einen Nebenjob angewiesen, weil sie nur eine geringe Rente erhalten, die sie aufbessern möchten oder müssen. Ohne Arbeit kämen sie nicht über die Runden.

Nicht jede Tätigkeit als Rentner ist bezahlt. Manche Rentner sind ehrenamtlich tätig. Sie helfen gemeinnützigen Organisationen und Vereinen, engagieren sich im Kindergarten, in Schulen oder im Tierheim.

Jobs für Rentner: Wie viel dürfen Rentner neben der Rente verdienen?

Prinzipiell dürfen Rentner trotz des Bezugs ihrer Rente etwas hinzuverdienen. Für Rentner, die die Regelaltersgrenze für die Altersrente erreicht haben, gilt das grundsätzlich unbegrenzt. Sie müssen in diesem Fall keine Einbußen durch einen Nebenjob befürchten. Die Beschäftigung wirkt sich auf Ihre Rentenansprüche nicht negativ aus.

Für Rentner, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben und die etwa eine Altersrente für langjährig Versicherte oder für schwerbehinderte Menschen beziehen, gelten hingegen Verdienstgrenzen. Diese sollten Sie beachten, um Ihre Bezüge nicht zu gefährden. Dank der neuen Flexi-Rente sind Minijobs auf 450-Euro-Basis kein Problem. Die Rente wird von Einkünften aus einem Rentner-Job nicht berührt, sofern Sie die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersgrenzen nicht überschreiten.

Die Verdienstgrenze liegt im Jahr 2020 wegen der Corona-Krise ausnahmsweise bei 44.590 Euro im Jahr. Das soll Personalengpässe mindern, die sich durch die Pandemie ergeben haben. Zuletzt lag die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten hingegen bei 6.300 Euro jährlich – auf dieses Niveau soll die Verdienstgrenze im Jahr 2021 auch wieder sinken. Überschreiten Sie die Verdienstgrenzen mit Ihrem Rentner-Job, werden die Einkünfte auf Ihre Rente angerechnet. Entsprechend mindern sich Ihre Bezüge; Sie erhalten nur noch eine Teilrente in verminderter Höhe. Bei der Berechnung werden die über den Freibetrag hinausgehenden Einnahmen durch zwölf geteilt. Von diesem Betrag werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Verdienstgrenzen beim Bezug einer Erwerbsminderungsrente

Ein Beispiel: Manfred bezieht eine vorgezogene Altersrente von 850 Euro im Monat. Nebenher arbeitet er als Hausmeister und verdient 900 Euro im Monat hinzu. Jährlich verdient er also 10.800 Euro hinzu. Damit überschreitet er den Freibetrag während der Corona-Krise nicht. In einem anderen Jahr sähe das jedoch anders aus. Zieht man den üblichen Freibetrag von 6.300 Euro von Manfreds Einkünften aus seiner Hausmeister-Tätigkeit ab, kommt man auf 4.500 Euro. Ein Zwölftel hiervon sind 375 Euro. Dieser Betrag wird zu 40 Prozent – 150 Euro – auf die monatliche Rente angerechnet. Entsprechend verringert sich Manfreds Rente von 850 Euro um 150 Euro auf 700 Euro pro Monat.

Diese Hinzuverdienstgrenzen gelten auch für Rentner, die eine Erwerbsminderungsrente wegen voller Erwerbsminderung beziehen. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung fällt die Hinzuverdienstgrenze von Fall zu Fall unterschiedlich aus. Sie hängt vom höchsten Entgelt der letzten 15 Jahre vor der Rente ab. Einnahmen, die die Grenze überschreiten, werden von der Erwerbsminderungsrente zu 40 Prozent abgezogen.

Rentner-Jobs: Hinzuverdienstdeckel beachten

Hinzu kommen individuelle Höchstgrenzen für einen Zuverdienst im Alter. Diese sind relevant, wenn Ihr Verdienst die Hinzuverdienstgrenze überschreitet. Diese Grenzen sind als Hinzuverdienstdeckel bekannt. Der Hinzuverdienstdeckel ist ein individueller Betrag, der sich aus dem früheren monatlichen Einkommen und den Entgeltpunkten des Kalenderjahres mit den höchsten Entgeltpunkten der letzten 15 Jahre vor dem Beginn der Altersrente berechnet.

Bewegen Sie sich mit dem Nebenjob innerhalb der Grenzen des Hinzuverdienstdeckels, werden 40 Prozent des Betrags, der über der Hinzuverdienstgrenze liegt, auf die Rente angerechnet. Verdienen Sie hingegen mehr als diese Obergrenze, wird der darüber hinausgehende Verdienst voll auf die verbliebene Teilrente angerechnet.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine bestimmte Tätigkeit im gewünschten Umfang möglich ist, wenden Sie sich an die Rentenversicherung. Dort kann man Ihnen sagen, ob der angestrebte Job sich auf die Rente auswirken würde und wenn ja, mit welchen Einbußen Sie rechnen müssten. Die Deutsche Rentenversicherung bietet auf ihrer Website zudem einen Online-Rechner an, wo Sie Ihre Daten eingeben können.

Rentner-Jobs und die Betriebsrente

Viele Rentner beziehen nicht nur ihre gesetzliche Rente, sondern auch eine Betriebsrente. Wenn das auf Sie zutrifft und Sie einen Job für Rentner annehmen möchten, sollten Sie vorab beim zuständigen Träger der Betriebsrente erfragen, ob ein Hinzuverdienst möglich ist, ohne dass die Betriebsrente gekürzt wird. Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, kann das dazu führen, dass die Betriebsrente sich verringert oder sogar ganz ruht.

Nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze noch arbeiten: Warum sich das lohnen kann

Wenn Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, dürfen Sie prinzipiell unbegrenzt arbeiten und sich Geld hinzuverdienen. Ihre Rente ist nicht in Gefahr. Ein Nebenjob kann sich in dieser Zeit besonders lohnen.

Sie können sich dazu entschließen, Ihre Altersrente erst später zu nutzen. Dann bekommen Sie Zuschläge auf Ihre Rente und haben später entsprechend mehr Geld zur Verfügung. Pro Monat, den Sie über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitstätig sind und in dem Sie noch keine Rente erhalten, bekommen Sie einen Zuschlag bei der Rente. Dieser Zuschlag beträgt monatlich 0,5 Prozent. Pro Jahr lässt sich so ein Zuschlag von je sechs Prozent auf die Rente erarbeiten. Ihre späteren Rentenbezüge steigen darüber hinaus durch Ihre monatlichen Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung. Ihre Abzüge vom Bruttogehalt sind zudem geringer, weil Sie nicht mehr in die Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen.

Es ist ebenso denkbar, bereits eine Rente zu beziehen und nebenbei zu arbeiten. In diesem Fall muss Ihr Arbeitgeber zwar Beiträge an die Rentenversicherung für Sie zahlen, Sie selbst sind jedoch versicherungsfrei. Auf diese Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung können Sie freiwillig verzichten. Dadurch erhöhen sich Ihre Rentenbezüge.

Wo gibt es Jobs für Rentner?

Jobs für Rentner gibt es in verschiedenen Bereichen. Einen guten Überblick finden Sie in den zahlreichen Online-Jobbörsen. Hier können Sie in einer bestimmten Region und in bestimmten Bereichen nach Rentner-Jobs suchen. Auch eine Tages- oder Wochenzeitung kann eine Unterstützung bei der Jobsuche sein. Alternativ können Sie direkt bei möglichen Arbeitgebern vorstellig werden und fragen, ob es dort einen Job für Sie gibt.

Als Rentner stehen Ihnen diverse Tätigkeiten zur Auswahl. Sie können etwa als Kurierfahrer etwas hinzuverdienen, Schülern Nachhilfe geben, als Kundenberater tätig sein oder als Aushilfe Briefe bei der Post sortieren. Manche Ruheständler sind als Berater in ihrer ehemaligen Arbeitsstelle tätig. Viele Arbeitgeber wissen das Know-how der älteren (Ex-)Mitarbeiter zu schätzen und freuen sich, wenn diese ihr Wissen an jüngere Mitarbeiter weitergeben. Falls Sie die alten Kollegen vermissen, kommt womöglich auch diese Option in Betracht.

Prinzipiell können Sie sich als Rentner überall bewerben, wo Sie einen passenden Aushilfs- oder Nebenjob gefunden haben. Wenn Sie die grundlegenden Qualifikationen für den Job mitbringen, kann sich eine Bewerbung lohnen. Es kann sinnvoll sein, sich vor einer Bewerbung in bestimmten Bereichen weiterzubilden, etwa im Umgang mit Computern. So zeigen Sie Arbeitgebern, dass Sie entsprechende Kenntnisse haben und bereit sind, Neues zu lernen.

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