Lebenslauf Mutter: Wie Sie als Mutter für den neuen Job überzeugen

Einige Monate oder Jahre hat sich alles um die Familie gedreht. Jetzt möchten Sie beruflich wieder einsteigen, sind aber nicht sicher, worauf Sie in Ihrem Lebenslauf als Mutter achten sollten, um einen passenden Job zu finden? Keine Sorge – hier erfahren Sie alles, was Sie für Ihren Lebenslauf als Hausfrau und Mutter wissen müssen.

Eine Mutter schreibt an ihrem Lebenslauf

Als Mutter und Hausfrau wieder beruflich durchstarten

Die allermeisten Mütter pausieren im Job, wenn sie ein Kind bekommen haben. Manche zieht es schnell zurück in den Beruf: Sie bleiben einige Monate zuhause, um sich um das Neugeborene zu kümmern, danach aber macht vielleicht der Vater Elternzeit oder das Kind kommt früh in eine Kita, damit sie wieder im Beruf loslegen können. Andere Mütter warten, bis ihre Kinder einige Jahre alt sind, bis sie sich um den Wiedereinstieg in den Job bemühen. Diese Pause dauert dann oft weit über die Elternzeit hinaus. Während mache Mütter gar nicht mehr arbeiten, weil ihr Mann genug verdient, um die Familie zu ernähren, stellt sich für andere früher oder später die Frage: Wie komme ich zurück ins Arbeitsleben?

Vor allem für diejenigen, die schon jahrelang aus dem Beruf raus sind, kann es nervenaufreibend sein, auf Jobsuche zu gehen. Sie fühlen sich als Mutter und Hausfrau womöglich minderwertig gegenüber Mitbewerbern, die keine Unterbrechung im Lebenslauf haben. Dabei müssen sie nicht schlechter qualifiziert sein als andere. Wer einen Job findet, kann oft schnell wieder da anknüpfen, wo er vor der Babypause aufgehört hat.

Hinderlich bei der Jobsuche ist jedoch häufig das Mindset der betroffenen Frauen. Das Selbstbewusstsein hat womöglich unter der längeren Auszeit gelitten. Das hängt auch damit zusammen, dass die Strapazen und harte Arbeit des Mutterseins gesellschaftlich nach wie vor unzureichend als solche anerkannt werden. Egal, ob Sie sechs Monate im Job pausiert haben oder sechs Jahre: Mit einer überzeugenden Bewerbung können Sie eine neue Stelle finden. Dabei spielt Ihr Lebenslauf als Mutter eine entscheidende Rolle. Worauf Sie beim Inhalt achten sollten, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Lebenslauf Mutter: Welche Angaben sollte man machen, welche nicht?

Der Lebenslauf ist das Herzstück jeder Bewerbung. Das ist bei Ihrer Bewerbung als Hausfrau und Mutter nicht anders. Hier geht es darum, einem potenziellen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie die entscheidenden Qualifikationen für die Stelle mitbringen. Falls Ihre letzte Bewerbung einige Zeit her ist, bringen Sie sich unbedingt up to date, was die aktuellen Gepflogenheiten in Sachen Lebenslauf angeht. So stellen Sie sicher, dass alle relevanten Angaben enthalten sind und Ihr Lebenslauf als Mutter dem üblichen Aufbau entspricht.

Grundsätzlich muss Ihr Lebenslauf als Mutter alle wichtigen Angaben enthalten. Das betrifft grundlegend die folgenden Kategorien:

  • Persönliche Daten
  • Berufliche Erfahrung
  • Ausbildung (Studium, Berufsausbildung, Schulabschluss)
  • Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten
  • Hobbys und private Interessen (optional)

Sollte man im Lebenslauf einer Mutter explizit darauf eingehen, dass man sich um die Familie gekümmert hat? Jein. Einerseits brauchen Sie gar nicht erst zu versuchen, zu kaschieren, dass Sie in den letzten Monaten oder Jahren nicht gearbeitet haben – es fällt garantiert auf. Andererseits können Sie aus Ihren Erfahrungen mit der Familie durchaus Qualifikationen ableiten, die auch im Job gefragt sind. Die Kunst besteht darin, das Dasein als Mutter und Hausfrau weder zu stark in den Vordergrund zu rücken noch unter den Tisch kehren zu wollen.

Kompetenzen als Mutter im Lebenslauf beschreiben

Als Mutter haben Sie sicherlich verschiedene Kompetenzen und Soft Skills, die Ihnen im Beruf nützen können. Sie können vielleicht gut organisieren, sind durchsetzungsfähig und entscheidungsfreudig. Prima – darüber freut sich jeder Arbeitgeber. Um diese Eigenschaften deutlich zu machen, können Sie in Ihren Lebenslauf eine Station einbauen, in der Sie beschreiben, was Sie als Hausfrau und Mutter alles gemacht haben. Dabei gehen Sie ebenso stichpunktartig vor wie bei der Beschreibung anderer Stationen im Lebenslauf auch.

Alternativ können Sie auch einfach nur erwähnen, dass Sie sich seit dem Zeitpunkt XY um die Familie kümmern. Oder Sie lassen diese Angabe ganz weg, wobei dann unklar sein könnte, ob Sie nicht möglicherweise einfach arbeitslos geworden sind.

Statt im Lebenslauf auf die Qualifikationen einzugehen, die Sie als Mutter erworben haben, können Sie das alternativ auch im Anschreiben der Bewerbung tun. Das Bewerbungsschreiben als Hausfrau und Mutter bietet Ihnen mehr Raum, Ihre Kompetenzen überzeugend darzulegen. Auch hier gilt jedoch: Räumen Sie der Tatsache, dass Sie lange nicht gearbeitet haben, nur so viel Raum ein, wie es Ihnen nötig und sinnvoll erscheint. Ihr Blick sollte immer auf die Zukunft gerichtet sein und nicht auf die Vergangenheit.

Sollte man im Lebenslauf Angaben zur Familie machen?

Was nicht in den Lebenslauf gehört sind Angaben zu Ihrer Familie. Sie müssen nicht angeben, wie viele Kinder Sie haben, wie alt diese Kinder sind und ob Sie verheiratet sind. Natürlich können Sie diese Angaben machen, aber oft ist es nicht sinnvoll.

Ein Argument dafür, Details zu Ihren Kindern im Lebenslauf anzugeben, könnte sein, dass ein Arbeitgeber eher einschätzen kann, ob und wie oft Sie wegen der Kinder im Job ausfallen könnten. Sind Ihre Kinder schon etwas älter, dürften diese Fehlzeiten geringer sein. Wer hingegen zwei kleine Kinder hat, tut sich wohl in den meisten Fällen keinen Gefallen, wenn er das im Lebenslauf explizit erwähnt. Denken Sie bei Ihren Überlegungen daran, dass es bei einer Bewerbung um Ihre berufliche Identität geht und nicht so sehr um Ihre Identität als Mama.

Das zeichnet einen überzeugenden Lebenslauf einer Mutter aus

Womöglich fragen Sie sich an dieser Stelle: Wie schreibe ich einen überzeugenden Lebenslauf als Mutter? Grundsätzlich gilt dabei, was für jeden Lebenslauf gilt: Der Lebenslauf sollte auf den speziellen Job und den Arbeitgeber zugeschnitten sein. Nutzen Sie also nicht immer dasselbe Dokument, sondern verändern Sie es hier und da, wie es Ihnen im Einzelfall sinnvoll erscheint. Versuchen Sie dabei, sich in die Personalverantwortlichen im Unternehmen hineinzuversetzen: Worauf legen sie mutmaßlich am meisten Wert? Was wird sie wohl am ehesten überzeugen?

Eine gute Orientierung bietet die Stellenausschreibung. Hieraus geht hervor, was sich die Verantwortlichen in der Firma von Bewerbern wünschen. Zeigen Sie, soweit möglich, dass Sie die geforderten Eigenschaften und Qualifikationen mitbringen. Beschreiben Sie frühere Stellen mit einigen aussagekräftigen Schlagwörtern. Welche Sie wählen, ist wichtig: Bestimmte Begriffe, nach denen die Personaler suchen, springen eher ins Auge. Falls CV-Parser zum Einsatz kommen – Software, die Lebensläufe scannt –, kann es sogar ein Nachteil sein, wenn bestimmte Wörter fehlen.

Ihr Lebenslauf als Mutter und Hausfrau sollte außerdem ansprechend und übersichtlich gestaltet sein und die üblichen Rubriken aufweisen. Wichtig ist auch ein professionelles Bewerbungsfoto, sofern Sie ein Bewerbungsfoto verwenden möchten – was optional, aber gängig ist und deshalb in der Regel erwartet wird. Ein gutes Lebenslauf-Design kann Ihren Lebenslauf aufwerten. Sie finden im Internet vielfach Lebenslauf-Vorlagen als Mutter, können aber natürlich auch jede andere Vorlage nutzen, die Sie anspricht.

Hausfrau und Mutter: Im Lebenslauf zeigen, dass Sie auf dem neusten Stand sind

Wenn Sie nach längerer Zeit wieder in den Beruf einsteigen möchten, ist es wichtig, dass Sie nach Möglichkeit zeigen, dass Sie nicht völlig untätig waren (abgesehen davon, dass das Muttersein ein Vollzeitjob für sich ist). Haben Sie vielleicht einen Kurs gemacht, sich weitergebildet oder sogar ein Fernstudium begonnen? Solche Informationen sollten Sie unbedingt in Ihren Lebenslauf als Mutter aufnehmen. Sie schärfen damit nicht nur Ihr Profil als Bewerber, sondern zeigen auch, dass Sie engagiert sind und am Ball bleiben.

Für Arbeitgeber ist es ein Risiko, Bewerber einzustellen, die schon länger nicht in ihrem Beruf gearbeitet haben. Das hängt damit zusammen, dass sich in vielen Bereichen regelmäßig neue Entwicklungen ergeben. Arbeitgeber könnten sich sorgen, dass Sie durch Ihre Job-Pause nicht auf dem neusten Stand sind. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Lernbereitschaft und Ihr Wissen deutlich machen. Sie können dafür auch eine eigenständige Rubrik mit dem Titel „Weiterbildung“ in Ihren Lebenslauf aufnehmen, wenn Sie diesbezüglich einige Erfahrungen vorzuweisen haben.

Wenn Sie Ihren Lebenslauf zusätzlich aufwerten möchten, können Sie überlegen, ob Sie die wichtigsten Informationen in einer Art Kurzprofil zusammenfassen möchten. Im englischsprachigen Bereich ist eine solche „CV summary“ (Lebenslauf-Zusammenfassung) gängig und auch hierzulande wird sie immer häufiger genutzt. Sie können in einem Kurzprofil in aller Kürze erläutern, was Sie auszeichnet. Überlegen Sie dazu, wie Sie in zwei bis drei Sätzen das Wichtigste über sich transportieren könnten. Eine CV-Zusammenfassung gehört ganz oben in den Lebenslauf.

Vorsicht, Fallstricke: Diese Fehler sollten Sie im Lebenslauf als Mutter und Hausfrau vermeiden

Wenn Sie als Hausfrau und Mutter einen Lebenslauf schreiben, sollten Sie bestimmte Fehler vermeiden, um Ihre Chancen auf eine positive Rückmeldung nicht ungewollt zu verschlechtern. Die folgenden Fallstricke sollten Sie vermeiden, wenn Sie sich nach einer längeren Auszeit als Mutter für einen neuen Job bewerben.

Nicht überzeugt von sich sein

Womöglich halten Sie sich nicht gerade für die Kandidatin, auf die die Firma gewartet hat. Viele Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen möchten, empfinden ihre längere Auszeit als Makel. Natürlich ist es aus Sicht von Arbeitgebern besser, wenn es keine Pause gab. Wenn Sie jedoch einschlägige Qualifikationen vorweisen können und sich vielleicht zwischenzeitlich sogar noch weitergebildet haben, gibt es keinen Grund, sich zu verstecken. Zeigen Sie mit aussagekräftigen Beschreibungen im Lebenslauf als Mutter selbstbewusst, was Sie zu bieten haben. Treten Sie zu zurückhaltend auf, kann das Ihre Chancen schmälern. 

Zu sehr auf die Mutterrolle konzentrieren

Keine Frage: Ihre Mutterrolle nimmt im Alltag viel Raum ein. Vielleicht identifizieren Sie sich sogar primär damit. In einer Bewerbung sollte das aber nicht diesen Anschein erwecken. Sie bewerben sich schließlich nicht als Mutter, obwohl Sie einige Ihrer Mutterqualitäten sicherlich gut im Job gebrauchen können. Nehmen Sie unbedingt Ihre professionelle Rolle ein, wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben – mit allem, was dazugehört. Ein möglicher neuer Arbeitgeber könnte sonst glauben, dass der Job für Sie zweitrangig ist.

Zu viel Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass Sie länger nicht gearbeitet haben

Womöglich haben Sie länger nicht gearbeitet. Das merkt ein potenzieller Arbeitgeber ohnehin. Sie müssen und sollten also nicht unnötig die Aufmerksamkeit auf den Umstand lenken, dass Sie aktuell keine Berufspraxis haben. Rücken Sie also Ihre letzten beruflichen Erfahrungen oder Weiterbildungen während Ihrer Job-Pause in den Vordergrund. Es sollte den Eindruck erwecken, dass Sie nahtlos da anknüpfen können, wo Sie aufgehört haben – egal, wie lang das her ist.

Den Lebenslauf nicht nach aktuellen Gepflogenheiten gestalten

Vielleicht liegt Ihre letzte Bewerbung einige Zeit zurück. Dann sollten Sie nicht den Fehler machen, aktuelle Gepflogenheiten in Sachen Lebenslauf zu übergehen. Informieren Sie sich, was gängig ist, und orientieren Sie sich an professionellen Lebenslauf-Vorlagen. Ansonsten riskieren Sie, dass ein Arbeitgeber Ihre Bewerbung aussortiert, weil er das Gefühl hat, dass Sie von gestern sind.

Den Lebenslauf nicht individuell auf Arbeitgeber zuschneiden

Viele Bewerber erstellen einmal einen Lebenslauf, den sie dann in exakt derselben Form immer wieder an Bewerbungen anhängen. Wenn Sie so vorgehen, verschenken Sie Potenzial. Wenn Sie Ihren Lebenslauf für jeden Job leicht abändern, können Sie jeweils auf die Punkte eingehen, die den Arbeitgeber mutmaßlich am meisten überzeugen. Machen Sie es sich deshalb zur Angewohnheit, bei jeder Bewerbung zu überlegen, was Sie in Ihrem Lebenslauf hervorheben sollten und wie Sie Ihre Erfahrungen am besten beschreiben können. Das kann Ihre Chancen auf eine positive Rückmeldung enorm verbessern.

Bildnachweis: Pixel-Shot / Shutterstock.com

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