Bewerbung für ein FSJ: Das ist wichtig

Nach der Schule machen viele junge Menschen ein FSJ. Sie engagieren sich sozial, kulturell, ökologisch, im Sport oder in der Denkmalpflege. Die angebotenen Stellen sind vielfältig, diverse Träger suchen nach Freiwilligen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen. Wer ein FSJ machen möchte, muss sich in der Regel formell dafür bewerben. Was eine gute Bewerbung für ein FSJ ausmacht, welche Bereiche infrage kommen und was beim Thema FSJ wichtig ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Bewerbung FSJ

Was ist ein FSJ und für wen kommt es infrage?

Viele junge Menschen machen ein FSJ. Die Abkürzung steht für Freiwilliges Soziales Jahr. Daneben gibt es das FÖJ, das Freiwillige Ökologische Jahr, das als FSJ angerechnet werden kann und dieselben Voraussetzungen hat. Ergänzt werden die Freiwilligendienste durch das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege, das auch als FJD bekannt ist.

Neben FSJ, FÖJ und FJD können Sie sich auch über den Bundesfreiwilligendienst engagieren. Dieser wird vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFzA) gefördert.

Ein Freiwilligendienst kann eine gute Option sein, wenn Sie nach der Schulzeit noch etwas Zeit zu überbrücken haben – etwa, bis das Studium oder eine Ausbildung beginnt. Viele FSJler wissen noch gar nicht genau, was sie beruflich machen möchten. Sie möchten sich noch nicht unmittelbar festlegen müssen und nutzen die Zeit zunächst anderweitig – indem sie praktische Erfahrungen sammeln und sich für andere einsetzen.

Das soziale Engagement kann bei der beruflichen Orientierung helfen. Und es macht sich gut im Lebenslauf, denn viele Arbeitgeber assoziieren damit eine höhere persönliche Reife. Auch die FSJler selbst empfinden ihre Tätigkeit häufig als gewinnbringend und sinnstiftend. Mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr geben Sie der Gesellschaft etwas zurück. Sie leisten einen wertvollen sozialen, kulturellen oder ökologischen Beitrag.

Statt Lohn gibt es ein Taschengeld

Ein FSJ richtet sich an junge Menschen bis zu einem Alter von 27 Jahren. Sie müssen dafür die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben. Je nach Bundesland heißt das, dass die 9. oder 10. Klasse vollendet sein muss. Das Mindestalter liegt entsprechend bei 15 oder 16 Jahren.

Die Freiwilligentätigkeit dauert mindestens sechs und meist höchstens 18 Monate. FSJ-Stellen, die sich über zwei Jahre erstrecken, sind die Ausnahme. Die meisten Stellen sind für ein Jahr. Die FSJ-Tätigkeit ist in der Regel eine Vollzeitbeschäftigung, bei der Sie auch einen Urlaubsanspruch haben.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist als soziales Engagement prinzipiell unentgeltlich. Einen Lohn gibt es in dem Sinne also nicht, allerdings erhalten FSJler in den meisten Fällen ein Taschengeld. Es hängt vom Träger ab, wie viel Taschengeld er zahlt. Die maximale Höhe ist gesetzlich festgelegt; sie hängt von der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung ab und beträgt sechs Prozent hiervon. Im Jahr 2020 gilt eine Höchstgrenze von 414 Euro pro Monat.

Meist zahlt der Träger auch Verpflegung und Unterkunft sowie Fahrtkosten. Manche Träger stellen selbst eine Unterkunft. Sie sind als FSJler über die Träger in den Sozialversicherungen versichert und müssen hierfür selbst nichts zahlen.

 

Mögliche Einsatzbereiche bei einem FSJ

Wer ein FSJ machen möchte, dem steht ein breites Spektrum an möglichen Tätigkeiten zur Auswahl. Die Einsatzfelder liegen im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich sowie in der Denkmalpflege. Sie können etwa mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, für Umweltverbände oder Kirchen tätig sein, im Krankenhaus helfen, in Museen, Bibliotheken oder bei Sportvereinen eingesetzt werden oder in der Wohlfahrtspflege tätig sein. Ebenso ist es denkbar, im Tierheim, in Tierparks, bei Sportvereinen, in Planungsbüros, Behindertenwerkstätten, Pflegeheimen oder beim Rettungsdienst ein FSJ zu machen.

Denkbar ist ein FSJ nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Allerdings erhalten Sie in diesem Fall eine deutlich geringere Förderung vom Staat und die Auswahl an Stellen ist kleiner. Falls Sie gerne einen Freiwilligendienst im Ausland leisten möchten, stehen Ihnen dabei neben einem FSJ auch andere Optionen zur Auswahl.

Mögliche Träger sind der Europäische Solidaritätskorps, der IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst), Weltwärts und Kulturweit. Sie können Ihren Freiwilligendienst im Ausland auch selbst organisieren und sich direkt an einen möglichen Träger wenden.

Tipps für Ihre Bewerbung für ein Freiwilliges Soziales Jahr

Wenn Sie sich für eine Stelle als FSJler bewerben möchten, sollten Sie sich frühzeitig nach passenden Stellen umsehen. Die meisten Stellen beginnen im Sommer zwischen Juli und September. Wer sich Anfang des Jahres bewirbt, hat meist gute Chancen, etwas zu finden. Mit einer kurzfristigen Bewerbung können Sie zwar Glück haben, aber viele gute Stellen sind dann wahrscheinlich schon weg.

Bevor Sie Bewerbungen verschicken, sollten Sie sich gut überlegen, woran Sie wirklich Interesse haben: Welcher Bereich reizt Sie? Was passt gegebenenfalls sogar zu dem, was Sie später beruflich machen möchten? Ein FSJ kann eine wichtige Qualifikation bei späteren Bewerbungen darstellen.

Wenn Sie interessante Ausschreibungen gefunden haben, geht es darum, eine überzeugende Bewerbung zu verschicken. Meist geht diese direkt an den jeweiligen Träger. Der Träger legt fest, wie der Bewerbungsprozess abläuft. Nicht immer sind klassische Bewerbungsunterlagen gefragt. Online-Bewerbungsverfahren finden auch in diesem Bereich zunehmend Anwendung.

Viele Träger bieten im Vorfeld Info-Veranstaltungen an. Der Besuch kann sich lohnen, denn dort erfahren Sie nicht nur mehr über die FSJ-Stelle und können besser einschätzen, ob sie zu Ihnen passt, sondern können auch Kontakte knüpfen, die im Bewerbungsprozess hilfreich sein können.

Welche Bewerbungsunterlagen sind wichtig?

Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld beim Träger zu erkundigen, welche Art der Bewerbung und welche Bewerbungsunterlagen gefragt sind. Finden sich die entsprechenden Informationen nicht online, rufen Sie an oder fragen Sie per E-Mail nach.

In den meisten Fällen ist eine vollständige Bewerbung gefragt, wenn Sie sich um einen FSJ-Platz bemühen. Das bedeutet, dass mindestens Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen enthalten sein sollten. Möglicherweise gibt es einen Bewerbungsbogen, den Sie ausfüllen müssen. Legen Sie diesen Ihren Bewerbungsunterlagen bei.

Tipps für ein überzeugendes Anschreiben

Es sind vor allem Ihr Anschreiben und Ihr Lebenslauf, die darüber entscheiden, wie gut Ihre Chancen auf den ersehnten FSJ-Platz stehen. Im Anschreiben geht es darum, dem Träger Einblick in Ihre Persönlichkeit zu geben. Hieraus sollte hervorgehen, warum Sie glauben, dass die FSJ-Stelle eine gute Wahl für Sie ist.

Erklären Sie, was Sie dazu befähigt und was Sie daran reizt. Auch Ihr Interesse an der Einrichtung an sich sollten Sie begründen. Im besten Fall können Sie zeigen, wie Sie mit der FSJ-Stelle an frühere Erfahrungen anknüpfen können. Es ist aber meist nicht schlimm, wenn Sie vorher keine Berührungspunkte mit dem entsprechenden Bereich hatten.

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, überlegen Sie, was Sie sagen möchten. Das hilft Ihnen, Ihr Schreiben zu strukturieren und ihm einen roten Faden zu verleihen. Je besser das Anschreiben auf die Stelle zugeschnitten ist, desto besser sind Ihre Chancen.

Entscheidend ist nicht nur der Inhalt Ihres Anschreibens, sondern auch wie Sie diesen verpacken. Halten Sie Ihre Sätze kurz und verwenden Sie möglichst wenige lange Nomen. Schreiben Sie aktiv, lebhaft und gut lesbar. Floskeln, leere Phrasen, Schachtelsätze und Normen statt Verben sind hingegen kontraproduktiv. Sie erschweren es, den Text zu lesen, und machen es unwahrscheinlicher, dass sich der Leser davon angesprochen fühlt.

Formulieren Sie den Einstieg spannend

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Einleitung des Anschreibens legen. Gerade, wenn Sie mutmaßlich viel Konkurrenz haben, gilt es, positiv aus der Masse hervorzustechen. Kommen Sie dazu direkt zum Punkt, statt zu schreiben, dass Sie sich „hiermit bewerben“ oder „mit Freude gesehen haben, dass…“. Gab es schon einen persönlichen Kontakt, erwähnen Sie das. Erinnert man sich positiv an Sie, haben Sie eine bessere Ausgangsposition.

Inhaltlich eignet sich für den Einstieg, was informativ und spannend zu lesen ist. Sie können zum Beispiel erklären, was Sie an dem FSJ-Platz interessiert oder was Sie dafür befähigt. Oder Sie legen dar, was Sie beruflich später machen möchten und inwiefern das Freiwillige Soziale Jahr dazu passt.

Im Hauptteil des Anschreibens gilt es, Ihre Motivation und Ihre Eignung zu erläutern. Eine Rezitation Ihres Lebenslaufs ist nicht sinnvoll. Fokussieren Sie sich dabei auf das, was wirklich relevant ist. Zum Schluss können Sie Ihr Interesse bestärken. Kommen Sie außerdem auf ein mögliches Kennenlernen zu sprechen und drücken Sie aus, dass Sie sich darauf freuen. Falls der Zeitraum des FSJs nicht vorgegeben ist, sollten Sie auch angeben, wann Sie gerne anfangen würden.

Einen informativen Lebenslauf gestalten

Ein Lebenslauf darf in Ihrer Bewerbung für ein FSJ nicht fehlen. Gefragt ist in aller Regel der typische tabellarische Lebenslauf. Darin erwähnen Sie stichpunktartig, welche Erfahrungen und Kenntnisse Sie vorzuweisen haben. Ein Foto ist kein Muss, aber empfehlenswert. Achten Sie dabei auf eine gute Qualität – es lohnt sich, in gute Bilder von einem professionellen Fotografen zu investieren. Ein qualitativ minderwertiges Foto kann hingegen nachteilig sein.

Der Lebenslauf führt Ihre bisherigen Stationen auf und enthält wichtige persönliche Daten. Inhaltlich nicht fehlen dürfen die Rubriken persönliche Daten, Berufserfahrung (falls zutreffend), Bildungsweg, praktische Erfahrungen (falls zutreffend), besondere Fähigkeiten und Kenntnisse, soziales Engagement (falls zutreffend) und, optional, Hobbys und Interessen.

Filtern Sie heraus, was für das angestrebte FSJ wirklich wichtig ist. Lassen Sie alles weg, was für den Empfänger der Bewerbung mutmaßlich weniger interessant ist. Schneiden Sie den Lebenslauf ebenso auf die Stelle zu wie Ihr Anschreiben und machen Sie Ihre Angaben zu plausibel wie möglich.

Noten aus der Schule können erwähnt werden, wenn sie vorteilhaft sind. Falls Sie bestimmte Schwerpunktfächer hatten, die im Zusammenhang mit der FSJ-Stelle stehen, kommen Sie darauf ruhig explizit zu sprechen. Das unterstreicht Ihr Interesse und Ihre Eignung.

Der Lebenslauf sollte höchstens zwei Seiten lang sein. Es ist nicht schlimm, wenn er nur eine Seite umfasst. Gerade mit wenig Vorerfahrung ist Ihr Lebenslauf wahrscheinlich ohnehin überschaubar. Das ist kein Nachteil. Es ist empfehlenswert, den Lebenslauf am Ende zu unterschreiben. Damit drücken Sie aus, dass alle Angaben korrekt sind und verleihen dem Dokument eine persönliche und professionelle Note.

Die Anlagen der Bewerbung für ein FSJ: Was ist wichtig?

Auch Zeugnisse und wichtige Nachweise gehören zu einer vollständigen Bewerbung für ein FSJ dazu. Auch hier gilt: Seien Sie strikt und nutzen Sie nur, was eine unmittelbare Relevanz für die angestrebte FSJ-Stelle aufweist. Das ist einerseits meist das letzte Schulzeugnis. Falls Sie schon Praktika gemacht haben, können auch Praktikumszeugnisse sinnvoll sein.

Möglicherweise haben Sie wichtige Erfahrungen gemacht, die Sie über Bescheinigungen nachweisen können. Wenn Sie sich für einen Freiwilligendienst im Ausland bewerben, ist auch ein Nachweis über Ihre Sprachkenntnisse sinnvoll. Da in anderen Ländern häufig andere Anforderungen an Bewerbungen gestellt werden, ist umso wichtiger, dass Sie sich nach den gewünschten Bestandteilen der Bewerbung erkundigen. Sonst kann es sein, dass Ihre Bewerbung an formalen Kriterien scheitert.