Zielstrebigkeit in der Bewerbung darstellen: Wie konsequent verfolgen Sie Ihre Ziele?

Zielstrebigkeit kommt bei Arbeitgebern gut an, denn zielstrebige Mitarbeiter erreichen oft mehr. Wer sich für eine freie Stelle bewirbt, sollte seine Zielstrebigkeit also in den Vordergrund rücken. Wie geht das am besten? Wie lässt sich Zielstrebigkeit in der Bewerbung glaubhaft vermitteln? Und wie kann man lernen, zielstrebiger zu werden? Darum geht es in diesem Artikel.

Eine Frau jubelt in der Sonne, wie gibt man Zielstrebigkeit in der Bewerbung an?

Zielstrebig: Bedeutung von Zielstrebigkeit

Zielstrebigkeit ist eine Charaktereigenschaft. Der Duden definiert Zielstrebigkeit als „Entwicklung, Streben auf ein Ziel hin“. Wenn jemand zielstrebig ist, weiß er, was er will. Er hat konkrete Ziele und weiß auch, was er tun muss, um diese Ziele tatsächlich zu erreichen.

Ein zielstrebiger Mensch hat einen Plan und verfolgt diesen konsequent, weil er weiß, worauf er hinarbeitet. Von Hindernissen auf dem Weg lässt sich eine zielstrebige Person nicht aus der Ruhe bringen, sondern macht beharrlich weiter oder passt ihre Vorgehensweise an, falls das nötig ist. Ähnliche Begriffe wie Zielstrebigkeit sind Ehrgeiz, Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit.

Zielstrebigkeit als wünschenswerte Eigenschaft von Bewerbern

Zielstrebigkeit ist nicht nur privat hilfreich, sondern auch beruflich. Es handelt sich um eine Schlüsselqualifikation, auch bekannt als Soft Skill, die aus Sicht von Arbeitgebern wünschenswert ist. Das gilt besonders, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen geht.

Warum ist Zielstrebigkeit so gefragt bei Arbeitgebern? Ein zielstrebiger Bewerber weiß, was er will. Er hat sich wahrscheinlich sehr bewusst bei genau diesem Arbeitgeber beworben, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass er eine längerfristige Mitarbeit dort plant. Das gibt Arbeitgebern Planungssicherheit, außerdem können kostspielige Neubesetzungen nach kurzer Zeit vermieden werden.

Im Joballtag sorgt Zielstrebigkeit dafür, dass Mitarbeiter Ziele haben, die sie konsequent verfolgen. Sie können sich wahrscheinlich gut organisieren und planen, wie sie ihre Ziele erreichen. Umgekehrt dümpelt ein Mitarbeiter, der nicht zielstrebig ist, womöglich im Joballtag vor sich hin, ohne je viel zu erreichen.

Zielstrebige Mitarbeiter sind hingegen meist motiviert, engagiert und bringen sich aktiv im Team ein. Dadurch können sie mehr für das Unternehmen erreichen, aber auch für sich selbst.

Test: Wie zielstrebig sind Sie?

Gehören Sie zu den Menschen, die genau wissen, was sie wollen? Oder sind Sie eher jemand, der eigentlich gar nicht so genau weiß, was ihm wichtig ist und was er erreichen möchte? Der folgende Test gibt Ihnen eine bessere Vorstellung davon, wie es um Ihre Zielstrebigkeit steht. Und so funktioniert es: Lesen Sie sich die folgenden Aussagen durch – je mehr Aussagen Sie zustimmen können, desto zielstrebiger sind Sie.

  • Ich weiß genau, welche Ziele ich im Leben habe.
  • Wenn ich ein Ziel habe, setze ich alles daran, es auch zu erreichen.
  • Ziele sind für mich keine abstrakten Wünsche, sondern etwas Konkretes, auf das ich gezielt hinarbeite.
  • Ziele zu haben motiviert mich.
  • Ich kann mich gut auf das Wesentliche fokussieren, um meine Ziele schneller zu erreichen.
  • Es macht mich glücklich, Ziele zu erreichen.
  • Wenn ich ein Ziel erreicht habe, suche ich mir die nächste Herausforderung.
  • Von Hindernissen lasse ich mich nicht entmutigen, sondern mache weiter oder suche notfalls neue Wege.
  • Ich bin davon überzeugt, dass Erfolg keine Frage des Zufalls ist, sondern nur mit dem nötigen Einsatz möglich ist.
  • Ich bin ein ehrgeiziger Mensch.
  • Ich freue mich über Anerkennung von anderen für das, was ich erreicht habe.

Zielstrebigkeit in der Bewerbung angeben: Welche Möglichkeiten gibt es?

Wenn Sie zielstrebig sind, sollten Sie das in einer Bewerbung unbedingt deutlich machen, weil es ein wichtiges Argument aus Sicht von Arbeitgebern ist, Sie einzustellen. Welche Möglichkeiten gibt es dabei?

Ganz grundsätzlich können Sie Ihre Zielstrebigkeit sowohl im Lebenslauf als auch im Anschreiben deutlich machen. Außerdem kann ein Arbeitszeugnis bestätigen, dass Sie zielstrebig sind. Darauf haben Sie natürlich nur begrenzt Einfluss. Falls Sie hingegen vom bisherigen Arbeitgeber gebeten werden, Ihr Arbeitszeugnis selbst zu schreiben, sollten Sie Ihre Zielstrebigkeit in den Vordergrund rücken.

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihre Zielstrebigkeit in der Bewerbung darlegen

Jeder kann in einer Bewerbung behaupten, dass er zielstrebig ist. Ob das auch glaubwürdig ist, hängt aber davon ab, wie Sie Ihre Zielstrebigkeit in der Bewerbung darlegen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, sowohl im Lebenslauf als auch im Anschreiben zu zeigen, dass Sie wissen, was Sie wollen und wie Sie es erreichen. Das erhöht die Chance, dass der mögliche neue Arbeitgeber Ihre Zielstrebigkeit auch tatsächlich wahrnimmt.

Der Lebenslauf zeigt dabei im besten Fall ganz automatisch, dass Sie zielstrebig sind. Wenn Sie wenige Lücken haben und Ihre bisherigen Stationen sinnvoll aufeinander aufbauen, lässt das auf Zielstrebigkeit schließen. Selbst mit Lücken und Brüchen können Sie diesen Eindruck erwecken. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Sie vor einigen Jahren beruflich eine neue Richtung eingeschlagen haben. Vielleicht hatten Sie für eine gewisse Zeit keinen Job, aber Ihr Lebenslauf zeigt trotzdem, dass Sie Ihr Ziel beharrlich verfolgt haben: Sie haben sich entsprechend weitergebildet und schließlich einen Job im neuen Bereich gefunden.

Sie haben im Lebenslauf auch die Möglichkeit, sich durch die Beschreibung von bisherigen Aufgaben, Weiterbildungen und Hobbys als zielstrebig zu zeigen. Überlegen Sie sich also gut, was Sie in Ihren Lebenslauf aufnehmen und wie Sie Ihre bisherigen Stationen so beschreiben, dass Ihre Zielstrebigkeit offensichtlich ist.

Zielstrebigkeit im Anschreiben deutlich machen

Zusätzlich können Sie im Anschreiben ganz konkret auf Ihre Zielstrebigkeit zu sprechen kommen. Das setzt voraus, dass Sie diese Eigenschaft durch ein plausibles Beispiel belegen können. Es reicht nicht, einfach zu behaupten, dass Sie zielstrebig sind, weil es nicht glaubhaft ist. Wenn Sie hingegen zeigen können, dass Sie in Ihrem letzten Job durch Zielstrebigkeit viel erreicht haben, sieht die Sache schon anders aus.

Am überzeugendsten ist es, wenn Sie sich auf Beispiele berufen können, die in enger Verbindung mit der angestrebten neuen Tätigkeit stehen. Vielleicht haben Sie Hindernisse überwunden und waren dadurch erfolgreich? Vielleicht hat Ihre Beharrlichkeit Ihnen und Ihrem Arbeitgeber Erfolge beschert? Falls das nicht so ist, können Sie aber auch Anekdoten aus anderen Bereichen anführen, zum Beispiel aus einem Hobby oder Ehrenamt.

Als (angehende) Führungskraft ist es hilfreich, wenn Sie sich im Bewerbungsschreiben auf erfolgreiche Planungen, Projekte oder Strategien berufen können. So zeigen Sie dem möglichen künftigen Arbeitgeber, welchen Wert Sie auch für sein Unternehmen haben könnten.

Zielstrebigkeit im Vorstellungsgespräch erläutern

Sie sollten sich auch darauf einstellen, Ihre Zielstrebigkeit in einem Bewerbungsgespräch darzulegen. Ein möglicher Arbeitgeber kann Sie direkt oder indirekt danach fragen. Vielleicht werden Sie gefragt, wie Sie vorgehen, wenn Sie Ziele erreichen möchten, oder wie Sie mit Rückschlägen umgehen. Ihre Antwort lässt Rückschlüsse auf Ihre Zielstrebigkeit zu.

Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, im Vorstellungsgespräch von sich aus auf Ihre Zielstrebigkeit zu sprechen zu kommen – zum Beispiel, wenn der potenzielle Arbeitgeber Sie nach Ihren Stärken fragt. Wie bei der Bewerbung gilt auch hier: Glaubwürdig sind Ihre Ausführungen nur mit Beispielen, die Ihre Behauptungen nachvollziehbar machen. Suchen Sie sich also gute Erklärungen heraus, um zu zeigen, dass Sie ehrgeizig und beharrlich sind.

Nicht zuletzt zeigt sich Ihre Zielstrebigkeit auch daran, wie Sie im Bewerbungsgespräch auftreten. Wenn Sie den Eindruck vermitteln, dass Sie den Job wirklich wollen, lässt Sie das zielstrebig wirken.

Zielstrebigkeit entwickeln: Wie kann man zielstrebiger werden?

Zielstrebigkeit ist zwar eine angeborene Eigenschaft, aber das heißt nicht, dass man nicht lernen könnte, zielstrebiger zu sein. Das ist im Privatleben und dem Beruf gleichermaßen nützlich, denn wer zielstrebig ist, erreicht oft mehr. Wenn Sie sich bisher nicht als sonderlich zielstrebigen Menschen beschreiben würden, liegt das entweder daran, dass Sie nicht an sich glauben, oder Sie haben sich die falschen Ziele gesetzt und waren nicht motiviert genug, sie auch tatsächlich zu erreichen.

Um zielstrebiger zu werden, sollten Sie bei Ihrer geistigen Haltung ansetzen. Bislang waren Ihnen Ihre Ziele womöglich nicht wichtig genug, um sie wirklich ernsthaft zu verfolgen. Das sollten Sie ändern. Setzen Sie sich realistische, aber dennoch ambitionierte Ziele. Es sollte eine Herausforderung sein, an der Sie wachsen können, die jedoch trotzdem machbar erscheint. Wenn es Ihnen hingegen von vornherein unmöglich erscheint, steigt die Gefahr, dass Sie irgendwann frustriert das Handtuch werfen.

Viele Menschen wissen gar nicht genau, was sie eigentlich wollen. Oft sind Ziele, die man für die eigenen hält, in Wahrheit die Ziele anderer. Vielleicht empfinden Sie Druck durch Ihr Umfeld, bestimmte Dinge zu erreichen, oder Sie orientieren sich an gesellschaftlichen Vorstellungen. Das ist keine gute Ausgangslage, denn Sie müssen Ziele finden, an denen Ihnen – und nicht anderen – wirklich gelegen ist. Nehmen Sie sich also Zeit, herauszufinden, was Sie wollen und was Ihnen wichtig genug ist, um sich dafür ins Zeug zu legen. Wenn Sie hingegen nur das anstreben, was andere sich wünschen, ist es unwahrscheinlich, dass Sie auch bei Rückschlägen am Ball bleiben.

Ziele erreichen: Auf die richtige Einstellung kommt es an

Machen Sie sich einen möglichst konkreten Plan, aus dem hervorgeht, wie Sie Ihre Ziele erreichen möchten. Dazu gehört es, diese Ziele in Teilziele zu zerlegen, damit sie greifbarer und erreichbarer werden. Planen Sie möglichst kleinschrittig. Jeder Etappensieg wird Sie zusätzlich motivieren, wodurch es wahrscheinlicher wird, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Sie brauchen außerdem einen realistischen Zeitplan.

Überlegen Sie sich, welche Hindernisse auftauchen könnten. Wie können Sie darauf angemessen reagieren? Schon vorher zu wissen, welche Probleme es geben könnte, hilft Ihnen, bei Bedarf konstruktiv damit umzugehen.

Wichtig ist auch, mit welcher Einstellung Sie an die Sache herangehen. Wenn es darum geht, Ihre Ziele zu erreichen, sollten Sie das nicht als optional ansehen, sondern die feste Absicht dazu entwickeln. Wenn Ihre Ziele für Sie nicht verhandelbar sind, wird es wahrscheinlicher, dass Sie sie tatsächlich erreichen.

Als zusätzlicher Anreiz kann es nützlich sein, wichtige Vorhaben mit anderen Menschen zu teilen. Wenn Sie Ihre Ziele öffentlich machen, setzen Sie sich damit ein Stück weit unter Druck. Andere könnten nachfragen, wie es läuft, und dann wollen Sie womöglich nicht kleinlaut zugeben müssen, dass es leider doch nicht geklappt hat. Es kann auch hilfreich sein, sich für das Erreichen von Zielen zu belohnen.

Ziele erreichen mit der SMART-Methode

Es gibt verschiedene Konzepte und Ansätze, die Ihnen dabei helfen können, Ziele zu erreichen. Ein solcher Ansatz ist die SMART-Methode, die für die Planung von Zielen nützlich ist. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei jeweils für eine Anforderung an gut formulierte Ziele:

  • S wie spezifisch: Die SMART-Methode sieht vor, dass Sie möglichst konkret aufschreiben, was Sie erreichen möchten. Wenn Ihre Ziele nicht spezifisch formuliert sind, ist es schwerer, einen Plan zu entwickeln – Sie wissen dann nämlich nicht so genau, worauf Sie eigentlich hinarbeiten.
  • M wie messbar: Ihre Ziele müssen messbar und damit nachvollziehbar sein, denn nur so können Sie einen Plan entwickeln, um Ihre Ziele zu erreichen. Wann ist ein Ziel geschafft? Seien Sie konkret – sich vorzunehmen, beruflich erfolgreich zu sein, reicht zum Beispiel nicht aus. Dabei bleibt unklar, was Sie unter Erfolg verstehen. Besser wäre in diesem Fall also etwa: Abteilungsleiter bis zum Jahr XXXX werden.
  • A wie attraktiv: Damit Sie motiviert sind, muss es für Sie wirklich lohnenswert sein, (Teil-)Ziele zu erreichen.
  • R wie realistisch: Es muss auch machbar sein. Fordern Sie weder zu wenig noch zu viel von sich. Auch das entscheidet darüber, wie es um Ihre Motivation steht.
  • T wie terminierbar: Sie brauchen einen Zeitplan, damit Sie wissen, wann Sie ein bestimmtes Ziel erreicht haben wollen. Das sorgt für den nötigen Druck, den die meisten Menschen brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen.

Bildnachweis: Dirima / Shutterstock.com

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