Hobbys im Lebenslauf clever einsetzen: Persönliche Interessen strategisch nutzen
Viele Bewerberinnen und Bewerber machen sich über die Angabe von Hobbys im Lebenslauf wenig Gedanken. Dabei kann es sich lohnen, strategisch vorzugehen: Mit den „richtigen“ Hobbys können Sie punkten und Ihre Chancen auf eine positive Rückmeldung erhöhen. Hier finden Sie Tipps und Beispiele für Hobbys im Lebenslauf.

Hobbys im Lebenslauf angeben: Ja oder nein?
Jeder Mensch hat Hobbys, denen er nachgeht. Welche das sind, sagt viel über seine Persönlichkeit aus – und ist damit grundsätzlich auch für Arbeitgeber interessant. Aus diesem Grund ist es bei Bewerbungen üblich, Hobbys und Interessen im Lebenslauf anzugeben.
Die Bedeutung von Hobbys und Interessen im Lebenslauf hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Lange Zeit waren Hobbys eine Standardangabe im Lebenslauf. Man nannte zwei, drei prägende Interessen, beschrieb sie aber nicht weiter und machte sich über die Auswahl wenig Gedanken. Weil Hobbys bei so einer Vorgehensweise oft relativ beliebig klingen und wenig Mehrwert bieten, lautete die Empfehlung dann: ruhig weglassen.
Heute findet zunehmend ein Umdenken statt: Hobbys und private Interessen können einen echten Mehrwert bieten. Sie können Bewerbern dabei helfen, sich von anderen Kandidaten abzuheben – aber nur, wenn die Angabe durchdacht ist und wirklich etwas über den Bewerber verrät.
Wann die Angabe von Hobbys positive Effekte hat
Hobbys können Kandidaten interessanter auf Arbeitgeber wirken lassen. Sie können dafür sorgen, dass eine Bewerberin aus Personaler-Sicht ein klareres Profil hat. Bewerber können geeigneter für die Stelle wirken oder den Eindruck erwecken, dass sie für ihre beruflichen Aufgaben auch privat brennen.
Die Angabe von Hobbys ist sinnvoll, wenn sich daraus positive Rückschlüsse ziehen lassen. Das gilt sowohl, wenn private Interessen das eigene Profil schärfen, als auch, wenn Hobbys direkt oder indirekt etwas mit den beruflichen Tätigkeiten zu tun haben. Besonders Berufseinsteiger ohne nennenswerte Erfahrung können davon profitieren.
Letztlich ist eine Balance gefragt: Wer Hobbys und Interessen im Lebenslauf angibt, sollte seiner Bewerbung damit eine persönliche Note verleihen und trotzdem professionell bleiben. Hobbys sind eine Möglichkeit, den eigenen Charakter und persönliche Vorlieben zu zeigen, aber bitte wohldosiert: Zu private Details haben im Lebenslauf nichts zu suchen.

Der Stellenwert von Hobbys für den Lebenslauf
Es ist kein Muss für Bewerber, Hobbys im Lebenslauf zu nennen. Dennoch kann es einen Mehrwert bieten. Für Personaler sind Hobbys und private Interessen zwar in aller Regel nicht ausschlaggebend, sie können aber ein willkommener Bonus sein: eine Information, die das Bild von einem Kandidaten oder einer Kandidatin abrundet.
Mit Hobbys können Bewerber das Interesse von Personalern wecken und deutlich machen, wie ihr privater Hintergrund sie für die betreffende Stelle befähigt. So kann ehrenamtliches Engagement auf Verantwortungsbewusstsein hindeuten, Ausdauersport für Disziplin stehen oder kreative Hobbys wie Fotografie Rückschlüsse auf gestalterisches Talent zulassen. Aus vielen Hobbys lassen sich persönliche und soziale Kompetenzen ableiten. Hobbys im Lebenslauf helfen Personalern außerdem dabei, zu beurteilen, wie gut ein Bewerber menschlich zum Unternehmen passen könnte.
Auch im Bewerbungsgespräch werden Angaben zu den Hobbys gern genutzt: Sie können ein Eisbrecher sein. Mit ihnen ist ein persönlicher Einstieg möglich, vielleicht entdecken die Beteiligten dabei sogar Gemeinsamkeiten. Das hilft, eine Beziehung zu etablieren und Vertrauen aufzubauen.
Nicht jedes Hobby in einer Bewerbung hat dabei denselben Effekt. Wirken die Hobbys wenig relevant oder belanglos, werden sie häufig einfach überlesen. Bei anderen Angaben werden Personaler hellhörig; sie lassen Alarmglocken schrillen. Das kann zum Beispiel bei extremen, riskanten oder ideologisch geprägten Hobbys der Fall sein. Ein Beispiel: Wer sich als Koch in einem vegetarischen Restaurant bewirbt, als Hobby aber „Jagd“ angibt, hat womöglich nicht die besten Aussichten, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
Hobbys für den Lebenslauf strategisch nutzen
Wenn es um Hobbys im Lebenslauf geht, haben Sie mehrere Optionen.
- Option A: Sie geben etwas an, was Ihren Vorlieben entspricht – machen sich ansonsten aber wenig Gedanken über die Wirkung dieser Information.
- Option B: Sie lassen die Angabe weg – niemand wird sie vermissen.
- Option C: Sie nennen Hobbys und Interessen im Lebenslauf, gehen dabei aber strategisch vor.
Welche Variante Sie wählen, ist Ihnen überlassen. Es spricht jedoch viel dafür, sich für Option C zu entscheiden. Hobbys und Interessen lassen mehr Rückschlüsse auf die Eignung für eine bestimmte Position zu, als sich viele Menschen bewusst machen. Manche privaten Interessen haben unmittelbar mit der beruflichen Tätigkeit zu tun. Ein Grafikdesigner, der privat gern zeichnet, hat offenbar eine echte Leidenschaft für Gestaltung. Eine Landschaftsgärtnerin, die auch privat darin aufgeht, ihren Garten anzulegen, hat ebenfalls eine Passion für das, was sie tut.
Andere Angaben reflektieren Soft Skills und Kompetenzen, die im Job gefragt sind. Ein klassisches Beispiel: Wer eine Teamsportart macht und etwa Fußball oder Handball spielt, gilt als besonders teamfähig. Wer ehrenamtlich einen Club leitet, bringt offensichtlich Führungskompetenzen mit. Und wer ein Händchen für den Modellbau hat, ist sicherlich akribisch, gewissenhaft und geduldig.
Was sagen Ihre Hobbys über Sie aus?
Hobbys und Interessen im Lebenslauf bieten die Chance für Bewerberinnen und Bewerber, mehr von sich als Person zu zeigen. Sie können auch einen Hinweis darauf geben, ob der Kandidat in die Unternehmenskultur passt. Arbeitgeber suchen nicht nur Mitarbeiter, die fachlich zu der Stelle passen. Es muss auch menschlich stimmen. Geteilte Werte und Interessen machen teure Fehlbesetzungen unwahrscheinlicher. Wer passende Hobbys im Lebenslauf angibt, kann damit punkten.
Welche Hobbys im Lebenslauf nennen – und welche lieber nicht?
Manche Hobbys und Interessen können Ihren Lebenslauf aufwerten und Ihre Aussichten verbessern. Andere sind neutral: Sie schmälern Ihre Chancen nicht, bringen aber auch keine Vorteile für die Bewerbung mit sich. Und dann gibt es Interessen, die Sie lieber weglassen, weil die Angabe im Lebenslauf riskant sein kann.
Empfehlenswert sind Hobbys, die gemeinhin positiv assoziiert sind. Das können zum Beispiel Mannschaftssportarten sein. Vielleicht spielen Sie gerne Schach, ein Instrument, machen etwas Kreatives, fotografieren oder bloggen. Oder Sie programmieren, üben ein Ehrenamt aus oder lieben Modelleisenbahnen. Je nachdem, was Sie beruflich machen, können solche Hobbys förderlich bei der Jobsuche sein.
Hier sind einige Beispiele für Hobbys, die Sie bedenkenlos im Lebenslauf nennen können:
- Malen
- Nähen
- Tätigkeit als Jugendleiter
- Singen im Chor
- Backen
- Modellbau
- Puzzeln
- Klettern
- Webdesign
- Produktion von Tutorials für YouTube
- Fremdsprachen lernen
- Urban Gardening
Diese Hobbys behalten Sie lieber für sich
Andere Hobbys und Interessen haben eine eher neutrale Wirkung. Das betrifft insbesondere „Allerwelts-Hobbys“ wie Lesen, Kochen oder Reisen. Solche Angaben sind oft sehr allgemein und bleiben damit unkonkret, wenn kein bestimmter Bezug genannt wird. Lesen Personaler solche Informationen im Lebenslauf, sticht der Bewerber zumindest nicht durch seine Hobbys hervor. Er hebt sich nicht von der Masse ab, weil viele andere Bewerber ähnliche Hobbys nennen.
Hier sind Beispiele für Hobbys im Lebenslauf, die für Skepsis sorgen können – und die Sie vielleicht lieber für sich behalten: Extremsportarten, Glücksspiel, Poker, Paintball, Parteimitgliedschaften, Esoterik und Astrologie oder spirituelle Rituale. Gehen Sie vorsichtig um mit Hobbys, die potenziell gefährlich sind – für Sie oder andere – oder die mit politischen Ansichten und Religion zu tun haben. Aufpassen sollten Sie auch bei Hobbys, die sehr zeitintensiv sind, da dies Zweifel an Ihrer Arbeitsmoral und Motivation wecken oder als zu privat empfunden werden könnte.
Wenn Sie Hobbys und Interessen für Ihren Lebenslauf auswählen, fragen Sie sich: Welche Rückschlüsse lässt diese Information über mich zu? Fördert die mögliche Interpretation meine Chancen auf die Stelle?

Hobbys für den Lebenslauf: Platzierung und Formulierung
Wo ist der richtige Platz für Hobbys und Interessen im Lebenslauf? Wie viele Hobbys sollte man überhaupt nennen? Und wie formuliert man die eigenen Interessen am besten? Hier erfahren Sie, wie Sie es richtig machen.
Der richtige Ort für Hobbys im Lebenslauf
Die Angabe von Hobbys und Interessen im Lebenslauf gehört in eine gesonderte Rubrik. Sie könnte zum Beispiel schlicht „Hobbys und Interessen“ genannt werden. Oder auch „Persönliches“ oder „Private Interessen“. Die Überschrift ist flexibel, solange klar ist, worum es in diesem Abschnitt geht. Inhaltlich markiert die Rubrik den letzten Abschnitt im Lebenslauf.
Hobbys und Interessen aussagekräftig beschreiben
Es ist wichtig, dass Sie Ihre Hobbys und privaten Interessen in einer Bewerbung möglichst konkret beschreiben – nur dann ist die Angabe wirklich aussagekräftig und kann einen Mehrwert für Personalverantwortliche bieten. Statt zu schreiben, dass Sie gern Sport treiben, benennen Sie die Sportart, wie zum Beispiel Tischtennis oder Laufen. Beschreiben Sie, welches Genre Sie gern lesen und erklären Sie, welche Aufgaben Sie in Ihrem Ehrenamt übernehmen. Sie sollten sich dabei möglichst kurz halten, damit die Angabe nicht zu viel Raum in Ihrem Lebenslauf einnimmt.
Wie viele Hobbys sollte man nennen?
Wenn es um die Angabe von Hobbys im Lebenslauf geht, ist weniger mehr. Zu viele Hobbys klingen schnell beliebig, denn Sie werden sich sicherlich nicht sieben verschiedenen Aktivitäten regelmäßig intensiv widmen. Nennen Sie daher lieber nur zwei bis drei private Interessen, die Ihnen wirklich etwas bedeuten – und die in Ihrem Alltag tatsächlich eine Rolle spielen.
Im Vorstellungsgespräch über Hobbys und Interessen reden
Hobbys und Interessen können ein guter Aufhänger für das Bewerbungsgespräch sein. Als Bewerber sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihre Gesprächspartner Sie auf Ihre persönlichen Interessen ansprechen. Wichtig sind dann besonders zwei Dinge: Einerseits sollten Ihre Angaben aus dem Lebenslauf authentisch sein. Andererseits sollten Sie das Gespräch nutzen, um Ihre positiven Eigenschaften zu verdeutlichen.
Es kann immer passieren, dass ein Personalverantwortlicher oder Vorgesetzter Ihre (angeblichen) Interessen teilt. Dann fallen übertriebene oder geschönte Angaben im Lebenslauf schnell auf. Nennen Sie deshalb keine Hobbys oder Interessen im Lebenslauf, die Sie gar nicht wirklich haben – und zu denen Sie auf Nachfrage wenig sagen könnten. Wenn das auffliegt, verlieren Sie schnell Sympathiepunkte.
Auf der anderen Seite liegt im Gespräch über private Interessen eine Chance. Denken Sie daran: Ihre Hobbys reflektieren bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Kompetenzen, von denen Sie auch im Job profitieren können. Wenn Sie es schaffen, den Bogen von Ihren privaten Interessen zu Ihren beruflichen Fähigkeiten zu schlagen, kann das Ihre Aussichten auf ein Jobangebot verbessern.
Der positive Effekt ist besonders groß, wenn Sie im Vorstellungsgespräch deutlich machen, dass Ihre Hobbys und Interessen Ihnen wirklich am Herzen liegen. Schildern Sie deshalb ruhig, was Ihnen dabei so viel Freude macht – so schwingt wahrscheinlich automatisch eine gewisse Begeisterung mit.
Hobbys im Lebenslauf: Besondere Fälle
Worauf sollten Führungskräfte achten, wenn sie Hobbys im Lebenslauf nennen? Was ist für Quereinsteiger wichtig? Und womit können Berufseinsteigerinnen punkten? Hier finden Sie Tipps für besondere Fälle.
Berufseinsteiger
- Wer gerade erst ins Berufsleben einsteigt, hat naturgemäß noch keine Erfahrung – ein Nachteil bei Bewerbungen. Hobbys und Interessen können helfen, das teilweise zu kompensieren.
- Wählen Sie Hobbys, die auf wünschenswerte Soft Skills hindeuten – etwa Teamfähigkeit, Kreativität oder Problemlösungskompetenzen.
- Mit einem Ehrenamt können Sie deutlich machen, dass Sie verantwortungsbewusst und verlässlich sind.
- Hobbys wie Fremdsprachen zeigen, dass Sie lernwillig sind und an sich und Ihren Fähigkeiten arbeiten.
Führungskräfte
- Was sie in ihrer Freizeit tun, kann ihre Führungsstärke unterstreichen – zum Beispiel ein Ehrenamt als Teamleiter oder eine Tätigkeit als Trainer.
- Machen Sie deutlich, dass Sie strategisch denken. Passende Hobbys können etwa Schach oder Strategie-Brettspiele sein.
- Hobbys, bei denen Sie Stress abbauen können, lassen Sie ausgeglichener und belastbarer wirken. Zum Beispiel Yoga, Joggen oder Rudern.
- Ein berufliches Netzwerk ist für Führungspositionen besonders wertvoll. Machen Sie also ruhig im Lebenslauf deutlich, wenn Sie Mitglied von Business-Netzwerken oder Mentoring-Programmen sind.
Quereinsteiger
- Für Quereinsteiger kommt es darauf an, mit der eigenen Persönlichkeit zu punkten – auch durch passende Hobbys und private Interessen.
- Hobbys, die mit dem angestrebten Job zu tun haben, können sehr wirkungsvoll sein.
- Durch private Weiterbildungen zeigen Sie Eigeninitiative und Lernbereitschaft – ebenfalls elementar bei einem Quereinstieg.
- Auch für Quereinsteiger ist ein verlässliches Netzwerk sehr hilfreich. Hobbys und Interessen, die darauf hindeuten, sollten Sie daher unbedingt im Lebenslauf angeben.
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